Tripods

Geschrieben am 21 Januar 2008

Apropos “Rettung an einem Ort in den weißen Bergen”. Anna will in “I am Legend” an eben einem solchen Ort in Vermont die gottgebene Zuflucht finden, und kurioserweise erinnerte mich dieser kleine Umstand an etwas, worüber ich mich neulich wieder mit Micha-El auf der Fahrt unterhalten hatte: “Tripods - Die dreibeinigen Herrscher.

Zugegeben, der Bezug ist nicht ganz deutlich sichtbar, es gibt auch nur in der Beschreibung des Zufluchtsortes eine Übereinstimmung. Jedenfalls habe ich mir daraufhin gestern die erste Folge dieser BBC-Romanverfilmung noch einmal angesehen und muss sagen: Serien, die man als kleiner Junge gesehen hat (Erstausstrahlung 1986 ZDF), sollte man lieber mal schon verklärt im Gedächtnis hängen lassen

Kurz zusammengefasst geht es darum, dass die Menschheit im Jahre 2089 plötzlich wieder in vorindustriellen Verhältnissen lebt. Uns wird eingangs ein Dorf vorgestellt mit Ackerbau und Viehzucht. Würde die Jahreszahl nicht eingeblendet werden, wäre die Illusion eines Idylls des 18. Jahrhunderts perfekt. Doch einer der dort lebenden Jungen soll geweiht werden, und der Betrachter denkt zunächst dabei an eine Art Kommunion/Konfirmation. Während die Dorfmitglieder auf dem Platz eine Feier begehen, tritt in das Geschehen ein gigantischer stählerner, dreibeiniger Koloss auf den Plan, welcher den Jungen in sein innerstes zieht und in später wieder entlässt: Er trägt eine metallene Kappe auf dem Schädel, jegliche Freude oder Neugierde ist aus seinem Gesicht gewichen. Er ist nun “geweiht”.

Einem anderen Jungen, “Will Parker” (heißen die jugendlichen Helden in britischen Romanen/Serien eigentlich alle so?), kommt das nicht geheuer vor und wird bald darauf auch von einem Vagabunden darüber aufgeklärt, dass die Menschheit einstmals viel innovativer gewesen ist, wenn auch kriegerischer. Die “Dreibeiner” seien dann gekommen und sorgen seitdem für den Frieden. Er selbst sei nicht geweiht und benutzt lediglich die Kappe eines Toten als Deckung. Es gäbe aber noch einen Ort, an dem Menschen leben, ohne dass die Dreibeiner ihnen Regeln machen können: Den “weißen Berg” inmitten der Alpen (Montblanc).

Will büxt mit seinem Bruder daraufhin aus, um seiner eigenen Weihe zu entgehen, ist fortan auf der Flucht vor den Stahlkolossen, die natürlich auf der Suche nach ihnen sind. Während ihrer Flucht stoßen sie nämlich auf andere Vaganten und die Überbleibsel der menschlichen Zivilistion. Im Prinzip ist das eine sehr interessante Geschichte, irgendwo zwischen Jugend- und Bildungsroman zu verorten, und hat hervorragendes Potential zu mehr.

Doch die Serie, naja. Damals, mit 10 Jahren, war ich ziemlich gefesselt davon, insbesondere wegen dieses hochinteressanten Kontrastes von Sci-Fi im bäuerlichem Kontext. Aber inzwischen wirkt die gute alte BBC-Serie natürlich weit überholt an Special Effects. Vielleicht sollte man sich einmal die Romane beschaffen.

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