Ätsch, nach unten hin bleibt alles offen

Geschrieben am 31 März 2008

War ja klar. Wie kann man auch von Seiten der Wirtschaftszweige erwarten, dass sie Anträge darauf stellen, in einem Gesetz über Mindestlöhne in die Pflicht genommen zu werden? Ich vermute mal, dass dies wahrscheinlich nur die Branchen tun könnten, deren Löhne momentan im Durchschnitt höher liegen oder deren innerer Wettbewerb nicht besonders hoch ist.

Dass aber Union und Wirtschaft angesichts der mangelnden Antragseingänge nun über die SPD-Pläne höhnen (gar “lästern”, wie es bei SpOn heißt), kann nur als Schlag in’s Gesicht all derer gewertet werden, die für 7, 6, 5, oder gar 4 € die Stunde (wie einst bei PIN) rackern und letztendlich ALG II dazubeziehen müssen.

Dann doch lieber die mögliche Vollbeschäftigung proklamieren, die schließlich auch in immer greifbarerer Nähe zu sein scheint, je weniger ein Unternehmer für einen Arbeitnehmer zahlen muss. Das klingt nach viel schöneren Nachrichten aus den Unions-Mündern, auch wenn der Staat - also wir alle - den Rest zum Leben dann oft dazuschießen muss.

Der angenehme Nebeneffekt für den Unionisten ist ja, wenn man den Koalitionspartner und seine Mindestlohn-Pläne öffentlich demontiert, dass seine Stammwählerschaft zu den populistischen Linken rüberwandern könnte. Und mit denen will sich die SPD auch nicht abgeben. Bams.

Aber in erster Linie rege ich mich natürlich nur über diese “Hihi, ätsch, habt ihr nicht geschafft, dass alle 7,50 Euro kriegen“-Haltung auf.

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