Moginot goes Altbau
Geschrieben am 19 April 2008
Mit Modefotografie kann ich in der Regel überhaupt nichts anfangen, doch ich muss gestehen, beobachtet zu haben, dass der Trend seit Längerem, ach was red ich, seit Jahrzehnten bereits, dahin geht, den Fokus nicht unbedingt auf die Kleidungsstücke selbst zu legen, sondern vielmehr darauf aus ist (das will ja die Marke auch bezwecken), ein positives “Branding”, ein Bewusstsein für die Marke zu schaffen und zu erhalten.
Da kommt dann zum Beispiel der “freie” Naturbursche auf einem Mustang vor dem Grand Canyon, dann die Zigarette, und das spielen wir bis zum “Geht-nicht-mehr” durch. Das war jetzt vielleicht ein etwas negativ besetztes Exempel.
Welche Firmen auch Gabriel Moginot beauftragt haben mögen, ihre Produkte in möglichst positivem Licht erscheinen zu lassen, kann uns beim rein ästhetischen Anblick seines Portfolios relativ gleichgültig erscheinen. Die Szenerie, in die er eine Modelle setzt, ist schlicht und ergreifend herrlich. Sobald mir eine Marmortreppe auch nur im Treppenansatz erscheint, muss ich mich sofort darniedersetzen, derart bequem wirkt auf mich der blanke, matte Stein.
Das mit dem Mustang bekomme ich gedanklich hin, den Marmor auch. Über das Champs-Elysée-Interieur müssen wir gar nicht weiter diskutieren. Ich will mehr Altbau-Türen. Und -Treppen.


