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Hail to the Arkelanfall

Wie schön ist es doch, dass die Welt sich nicht perfekt verhält. Perfektion zieht nämlich in der Konsequenz Sterilität und Uniformität nach sich, und ginge es nach den Stimmen, die Perfektion für den Telos allen Strebens halten, lebten wir schon bald auf einem langweiligen Gattaca (wiki / imdb )-Globus und müssten wie Ethan Hawke darum fürchten, durch Individualität aufzufallen.

Unzulänglichkeiten wollen daher beachtet und dokumentiert werden. Hinterhöfe müssen beschritten, der nicht eingehaltene Putzplan aller Studenten-WGs für die Öffentlichkeit festgehalten sein. Es existiert viel mehr Schönheit am Rande der Intercity-Bahnstrecke, als man glaubt. Lauter verlassenes Kapital wird dort überwuchert, die Natur holt sich nach und nach alle Schrankenwärterhäuschen zurück. Es ist Zen-Buddhismus ohne Gegenwehr.

Gelegentlich wird man dann, mit dem für Abnormes jenseits von gelacktem GNTM und DSDS geschulten Auge, sensibel für außergewöhnliche Erscheinungen. Gestern Abend sah ich im Außenbereich eines Bielefelder Lokals einen Außerirdischen, der sich geschickt als Dämmaterial um – vermutlich – nach außen hervorstehenden Heizrohren schmiegte. Dort tat er ein wenig zerfetzt, ließ klammheimlich etwas, das an Glaswolle anmutete, aus seiner alufolienartigen Haut hervorlugen. Zumindest die Tarnung schien perfekt. Der übrige Besuch des Lokals achtete stattdessen viel lieber auf das Gewitter, ankommende Gäste und den grünen, spanisch-italienischen Bildschirm.

Im Übrigen halte ich es für außerordentlich beachtlich, dass jedes Mal, wenn man ein extraterrestrisches Gebilde ablichtet, das Ergebnis wie hier hochgradig grobkörnig und viel zu dunkel erscheint. Beinahe gerieren diese fotografischen Eigenschaften zu Indizien für Objekte from outer space, womöglich reagieren Außerirdische auf Objektive auch nur schüchtern, eine Reaktion, die sich in irgendeiner, mir nicht erschließbaren Form, auf das Foto auswirkt. Nur zu gerne hätte ich E.T. gefragt, weshalb er sich auf diese Art und Weise zu verstecken sucht, fürchtete aber, bei meiner Begleitung selbst als sonderbar durchzufallen. Ich werde es nachholen, wenn er/sie/es dort noch weiter hängen sollte.

Ich neige nunmehr dazu, im Sinne von Douglas Adams’ Jatravartiden daran zu glauben, dass Universum sei während eines Niesers des Großen Grünen Arkelanfalls entstanden. Damit ginge man zumindest gut konform mit der Ansicht, man könne sich unmöglich gegen die Unvollkommenheit der Welt stemmen. Der große, grüne Arkelanfall, der lässt auch tanzende Sterne zu.

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