Es gibt noch andere Slams

Geschrieben am 21 Juli 2008

Gestern hatte ich wie gesagt die Ehre, auch einmal die Poesieschlacht in Düsseldorf kennenzulernen und daran teilzunehmen und ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der Bielefelder Highlander noch in meinem Gedächtnis nachhallte, aber: Ich empfand die gestrige Veranstaltung als eine der langweiligsten dieser Art, die ich bis dato erlebt habe.

Ich meine, hey, Ihr wisst, ich bin nicht gerade der lautstarke Schreihals vom Dienst, aber wenn ich nach Sushi der lauteste auf der dortigen Bühne war, dann will das schon was heißen. Hatte ich mit der “Wiese” nach der Vorrunde die - mit - beste Punktzahl erlangt, brachte mich die “Nummer” nicht über das Halbfinale hinaus. Hier wurde ruhig gehaltener, abgelesener Stand Up-Comedy und einem modernisierten, gereimten Höhengleichnis-Dialog Vorschub geleistet.

In Düsseldorf bewertet eine Publikumsjury, bestehend aus fünf Leuten, mit Punktekarten von 1 bis 10, und in diesem Fall spielen natürlich die entsprechenden Geschmäcker die größere Rolle, denn - so hatte ich den Eindruck - wäre es nach den Reaktionen des gesamten Publikums gegangen, hätte ich dort gut als Sieger davongehen können. Nun ja, man kann nicht alles haben.

Der wunderbare Mitmoderator Markim Pause verriet mir aber, dass der gestrige Termin kein allzu typischer gewesen sein muss, da offenbar noch sehr viele Plätze frei, Semesterferien waren und ansonsten auch mehr Vortragende teilnehmen. Immerhin habe ich in den Pausen sehr viel Zuspruch erhalten und auch Markim wünschte sich explizit, mehr von mir zu hören.

Kann er haben. Düsseldorf ist schön.

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3 Kommentare bis jetzt
  1. mischa Juli 22, 2008 10:58

    An die Punktetafeln musst du dich aber gewöhnen, wenn du mal am National teilnehmen möchtest, da führt kein Weg dran vorbei.

  2. Rouven Juli 22, 2008 12:26

    Tjaja, der National. Wäre zwar schön, aber wenn nicht, ist’s auch nicht schlimm.

    Diese Differenz zwischen Publikum und Jury erlebe ich immer wieder. Nun ja, Slam ist anscheinend nicht der Bachmann-Preis.

  3. mischa Juli 22, 2008 18:51

    Richtig, Slam ist ja auch eine Unterhaltungsshow und kein Literaturpreis!

    Diese Jury / Publikum-Differenzen gibt es tatsächlich, in den meisten Fällen sind sie aber minimal. Aber während die Publikums-Applausentscheidung den Unterhaltungsfaktor des Poeten insgesamt bewertet, gehen Jury-Mitglieder viel feiner auf Details wie Performance und Inhalt ein, hab ich festgestellt. Ganz besonders hab ich das an mir selbst gemerkt, als ich bei einem Workshop Jury-Mitglied war. Bei Punktetafeln zieht man trotz Begeisterung ob des genialen Textes einen Punkt ab, wenn der Vortrag ein wenig zu wünschen übrig ließ, während man selbst unmittelbar nach dem Auftritt begeistert gejohlt hat. Aber das ist alles nur Theorie, letztendlich muss man sich damit abfinden. Ich selbst war ja letztes Jahr in Berlin einer der Leidtragendsten der Jury-Wertung und des Startplatzes. Bei einer Applauswertung wäre ich so gut wie sicher im Finale gewesen, aber “dank” der Jury-Wertung und der Tatsache, dass sich die Punktewertungen zum Ende hin steigern (ich hatte Startplatz 1) verpasste ich das Finale um einen Punkt und einen Platz… Sprich: Nimm’s nicht so schwer, das ist einfach Pech ;)


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