Peking vs. Beijing

Geschrieben am 20 August 2008

Erneut ein kleiner Bezug zu den derzeitigen olympischen Spielen. Wie vielleicht an der einen oder anderen Stelle zwischen den Zeilen zu lesen war, besitze ich ein paar Kontakte zu Menschen, die Chinesisch als Muttersprache ihr eigen nennen. Ihnen gegenüber würde ich niemals von einer Hauptstadt namens “Peking” sprechen, sondern von Vornherein von “Beijing”.

Die Trennung der Aussprache kann ich aber bald nicht mehr strikt einhalten, habe ich das Gefühl. In einem der letzten Beiträge schrub ich noch die altgewohnte, deutsche Schreibweise, sehe aber in fast allen Medien neuerdings diejenige der Muttersprachler (sofern man bei der, auf lateinischen Lettern basierenden Pinyin-Umschrift davon reden kann). Es ist erstaunlich, dass ein Großereignis wie Olympia plötzlich den Sprachgebrauch der Deutschen ändert.

Wenn ich im europäischen Ausland auf Reisen gewesen wäre, würde doch wahrscheinlich jeder blöd gucken, sagte ich darauf: “Ich war in Roma”, oder?

Klugscheißerei am Rande: “jing” steht hier übrigens, korrekt betont, für die Hauptstadt, und “bei” für den Norden. Genau genommen bedeutet “Beijing” also Nördliche Hauptstadt. Wen das jetzt wundert, dem sei gesagt, dass es schließlich mal mehrere Dynastien in dem heutigen China gab. “Nanjing” ist zum Beispiel die südliche welche.

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