Zabriskie Point

Geschrieben am 6 September 2008

Gestern sah ich nach “Blow Up“, “Die rote Wüste” und “Beruf: Reporter” den - für mich - vierten Film vom Regisseur Michelangelo Antonioni, der mich noch einige Zeit beschäftigen wird: Zabriskie Point.

Kann man hierbei von einer “Ästhetik der Revolte” sprechen, wie es andere so oder ähnlich tun? Ich glaube nicht, zumal die sogenannte Friedensbewegung der 68er Generation nicht gut in diesem Film wegkommt, beginnt er doch schon mit einer Diskussion zahlreicher Studenten, die sich mehr untereinander streiten als auf einen gemeinsamen Nenner kommen zu wollen. Auch die folgenden Auseinandersetzungen mit der Polizei haben mit “Peace” recht wenig zu tun.

Friedlich ist allemal die Antonini-Filmen innewohnende Dynamik: Diese ist nämlich kaum vorhanden, es gibt Längen in der Handlung, die mehr als redundant erscheinen. Es ist beinahe nervenaufreibend, man wartet auf einen Ausbruch, einen Wandel. So nimmt es nicht Wunder, dass die beiden Hauptfiguren an genau solche Punkte gelangen: von Marks Diebstahl des Flugzeugs und der Flucht mit ihm über die Entladung am Zabriskie Point bis hin zu Darias (Nicht-) Sprengung am Ende.

Eine Schlüsselszene bildet der Stopp von Mark und Daria am Zabriskie Point, dem titelgebenden, ausgetrockneten Flussbett mit seinen merkwürdig rippenartigen Gesteinsformationen. Zirka zehn Minuten widmet Antonioni dem Aufenthalt der beiden Hauptfiguren an diesem Ort, der nicht nur aufgrund seiner geografischen Eigenheit, seines nebelartigen Staubes und der philosophischen Diskussionen bis hin zum Liebesakt völlig welt- und realitätsentrückt erscheint.

Fern von physikalischen Größen wie Raum und Zeit, gesellen sich hier plötzlich andere, fremde Liebespaare in den staubigen, nonkonformen Akt, als wären es Paare, die zu anderen Zeiten die gleichen Erfahrungen an diesem Ort gesammelt haben. Als wäre es ihnen möglich, die Dimensionen zu durchbrechen und zeitgleich hier zu sein.



Die am häufigsten zitierte, kopierte und auch beeindruckendste Szene ist aber die letzte des Films. In dieser lässt Antonioni das Haus mit der Einrichtung von Darias Chef explodieren, und zwar in Slow Motion. Der ein oder die andere mag sich beim ersten Betrachten an Fatboy Slims Video “Gangster Tripping” erinnert fühlen.


Wenn sich jemand über die komplette, chronologische Handlung informieren will (ich wollte hier Spoiler vermeiden), kann er dies bei der Wikipedia tun:
- wiki
- imdb
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