For What It’s Worth

Geschrieben am 7 September 2008

Gestern habe ich das erste Mal eine Honorarabrechnung von der Zeitung erhalten, und zwar nur für die Beiträge einer Woche, die ich dort geschrieben habe. Ich war nicht sehr aktiv, nur sieben Artikel erschienen von mir, worunter eher kleinste Artikelchen bis größere, selbst recherchierte zu finden waren. Dafür, dass ich mich also nicht sonderlich krumm gemacht hatte, erhielt ich von dort zirka 250 Euro. Für eine Woche Klein-Klein!

Mir fällt es dann wie Schuppen von den Augen, wenn ich demgegenüber in meinen Statistiken von 1.570 unbezahlten Blogartikeln lese und wie schwer das Medium Print offenbar gegenüber dem Onlinebereich wiegt. Ich meine, die Werbeeinnahmen dieses Blogs hier sind nun wirklich nicht der Rede wert, sind gerade einmal so hoch, dass die Ausgaben für den Webspace usw. bezahlt werden können.

Ich weiß zwar, dass es Blogs gibt, die besser verdienen, weil sie mehr Besucher haben und daher auch beim Anzeigenverkauf einen besseren Standpunkt besitzen als unsereins, der sich über TLA oder Linklift vermitteln lassen muss, aber davon leben können vielleicht nur die Top Ten.

Wenn das Medium Print durch Abonnements und Anzeigenverkauf (noch) so hohe Einnahmen besitzt, um derartige Honorare zahlen zu können, obwohl immer mehr Menschen lieber zu kostenlosen Nachrichten zurückgreifen, dann muss es eindeutig eine Schieflage zwischen Leistung und Wertung geben. Wenn ich nur daran denke, wieviele gute Blogs - auch journalistische - ich täglich ansteuere, blutet mir das Herz beim Gedanken um die öffentliche Diskussion über deren Minderwertigkeit. Vielleicht sollten wir das Spendensystem stärker einbauen. Dann kann jeder Leser dem von ihm geschätzten Blog einen kleinen finanziellen Dienst erweisen.

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Kommentare

2 Kommentare bis jetzt
  1. ben_ September 8, 2008 10:30

    Unkapitalismus, Digga, Unkapitalismus!
    http://anmutunddemut.de/taxonomy/term/2643

  2. Rouven September 8, 2008 12:53

    @ben_: Ja, ich weiß. Aber der Unkapitalismus hat sich in dem Moment ad absurdum geführt, in dem ich beginne, auch nur über Einnahmen nachzudenken. Der Gedanke kann natürlich auch wieder verschwinden, unter Umständen, zeigt aber, dass die Entscheidung für ein unkapitalistisches Netz eine individuelle ist.


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