Schon wieder Fremdwörter. Derzeit lese ich in Heinrich Heines “Die romantische Schule” und bei dieser Art von Lesen begegnet mir eine lästige Unart wieder, die ich das letzte Mal mit 16 bei Dante Alighieris “Göttlicher Komödie” erlebte: Das Blättern vom Text hin zu den Anmerkungen, immer dann vonnöten, wenn die Worte im Text für den heutigen Rezipienten nicht ohne Weiteres zu verstehen sind. Und natürlich nur dann, wenn überhaupt Anmerkungen vorhanden sind. Mir sind zwar inzwischen weitere Bücher untergekommen, bei denen es dieses Angebot gab, aber ich konnte das Hin und Her bislang vermeiden. Jetzt nun wieder.
Man könnte ganz viele Fremdworte der Woche herausholen. Können wir ja mal machen. Beginnen wir mit
Indifferentismus
Gleichgültigkeit in Bezug oder Verzicht auf wertende Beurteilung sittlicher oder religiöser Grundprobleme
aus den Anmerkungen zu “Die romantische Schule”
Anwendungsbeispiel:
Die Indifferentisten und sogenannten klugen Leute, die sich über Gott nicht aussprechen wollen, sind die eigentlichen Gottesleugner.
Heinrich Heine selbst
Ich glaube, ich kenne niemanden ohne zumindest sittliche Wertvorstellungen, egal, wie sie geartet sein mögen, werde das Wort daher höchstwahrscheinlich nie wieder verwenden.
Ein Kommentar
“Die Indifferentisten und sogenannten klugen Leute, die sich über Gott nicht aussprechen wollen, sind die eigentlichen Gottesleugner.” Doch frage ich mich hier, wie kann ein Mensch, der dem Thema Religion absolut gleichgültig gegenübersteht, einen Gott leugnen? Der Mensch steht ihm noch nicht einmal gegenüber, er weicht sogar aus!
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