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NY Times – Think global, act “The Local”

thelocnytSeit Anfang März wagt die – finanziell angeschlagene – New York Times ein neues Experiment im Internet. Plötzlich öffnet sie sich dem früher verpönten Bürgerjournalismus und startet lokale Blogs, zunächst fünf an der Zahl in New Jersey und Brooklyn, wie zum Beispiel denjenigen für den Ort Maplewood.

Inhaltlich unterscheidet er sich nicht vom Lokaljournalismus eines Provinzblattes. Es geht um Hobbykünstler, um den Polizeibericht und die Kontrolle des Wildbestandes.

Offenbar wird aber bei dieser Art von Lokalpresse sehr viel Wert auf die direkte Kommunikation mit dem Bürger bzw. Leser gelegt. Laut dem Artikel der Süddeutschen (mit dem bezeichnenden Titel “Dein Freund und Reporter”) wollen Reporter wie Tina Kelley dort

…jeden Beitrag prüfen und den Anliegen von Bürgern selbst nachgehen oder bei der Recherche helfen.
“Ich habe den ganzen Tag Zeit, um mit Hilfe meines Presseausweises Antworten auf eure Fragen zu finden”, versichert Kelley ihren Lesern.

Das erinnert an das Experiment von freitag.de, das sich zwar nicht regional engagiert, bei dem sich allerdings jeder Leser mit einem Blog anmelden kann, sofern er sich dabei inhaltlich an die AGBs hält (z.B. selbstverständlich keine volksverhetzenden Inhalte). Ausgewählte Beiträge können dann sogar gegen Honorar in der Printausgabe erscheinen.

Welcher dieser Versuche sich durchsetzen wird (und ob überhaupt), vermag heute natürlich noch niemand zu sagen, auch nicht die Reporterin Kelley:

Wann immer Tina Kelley von Kollegen gefragt wird, was ihr Geschäftsmodell sei, gebe sie die Frage zurück, sagt sie. Unausgesprochen schwingt mit: “Ist euer Geschäftsmodell erfolgreicher?” Die Zeitungskrise ist ihr Argument für das Experiment.

Ein paar Klicks und Besuche mehr wird aber jede Variante hervorrufen, und darauf kommt es den Verlagen bei der Akquise von Werbekunden schließlich an.

Artikel Süddeutsche
Blog Maplewood, NYT

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