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Zensursula muss Wahlkampf machen

Mal ganz im Ernst: Frau “Zensursula” von der Leyen böswillige, künftig großangelegte Internetzensur zu unterstellen, grenzt an eine ausgewachsene Paranoia, wie sie in Bloggerkreisen gerne mal zutage tritt. Das Dumme ist nur: Sie hat zu Beginn, als sie dieses Thema gewählt hatte, ein Fass aufgemacht und muss ihre Sache jetzt durchziehen. Es ist nämlich Wahlkampf und jedes Abweichen von ihren Plänen würde als Schwäche gedeutet werden.

Das KiPo-Thema kommt bei der christlich-konservativen Wählerschaft äußerst gut an und es erweist sich als ausgezeichnetes Totschlagargument gegen Kritiker. Leider sind die Mittel, die von der Leyen für diesen Kampf zu Beginn ausgewählt hatte, nicht nur unzureichend, sondern verfolgen sogar den falschen Ansatz, der nebenbei “Kollateralsperrungen” oder weitere Zensuren ermöglichen kann. Diese Mängel aufzuklären, bedarf aber einer höchst technoiden Sprache. Man muss sich schon etwas bildhafter ausdrücken, um dem Ottonormalsurfer klar zu machen, was die eigentliche Folge der Sperre ist. Christian Bahls vom Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren sagt es wie folgt:

Denn die Regierung will nur die Verbreitung der “Dokumentation des Missbrauchs” einschränken, nicht den Missbrauch selbst. Sie können natürlich vor das Bild ein Laken hängen, das Bild aber hängt dann noch immer dort.

Aber allein die Initiative dagegen zählt aber in der Öffentlichkeit und ich wette, dass Frau von der Leyen und der schwarze Block hierdurch einen regelrechten Stimmenaufwind verspüren. Sie können jetzt einfach nicht mehr von ihrem Plan abweichen. Fünf Internetanbieter haben den Vertrag mit der Bundesregierung unterschrieben. Mal sehen, wieviele Laken demnächst darüber hinaus noch im Internet hängen.

Ein Kommentar

  1. Fred schrieb:

    “Zensursula”? Was für ein fabelhafter Spitzname.

    Freitag, 24. April 2009 um 0:00 | Permalink

2 Trackbacks/Pingbacks

  1. Soheit » Am Anfang on Freitag, 17. April 2009 um 21:02

    […] Rouven, scheint das weniger dramatisch zu sehen: […] Frau “Zensursula” von der Leyen böswillige, künftig großangelegte Internetzensur zu unterstellen, grenzt an eine ausgewachsene Paranoia, wie sie in Bloggerkreisen gerne mal zutage tritt. […] […]

  2. Laienhaft | killefit.net on Sonntag, 19. April 2009 um 16:30

    […] bereits an einigen Stellen kritisch über die geplanten Internetsperren geäußert, hielt u.a. den Verdacht der künftigen, breiteren Zensur für überzogen, während andere vermuten, es ginge dabei darum, “[…] eine allgemeine Zensur-Infrastruktur […]

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