
Die jüngere Vergangenheit, so hieß es einst in einem schönen Film von Daniel Schmid, diese Vergangenheit gleiche den Bergdörfern, die von den Wassern großer Stauseen überflutet wurden. Manchmal, in besonders heißen Sommern, sinkt der Pegel, und die Spitzen vergessener Türme ragen, als Monumente der Beunruhigung, wieder hinein in unsere Gegenwart, die, wenn der erste Schrecken überwunden ist, zwangsläufig damit anfängt, die Geschichte kontrafaktisch zu betrachten: Wer wohnte heute hier, wenn das Wasser nicht gekommen wäre?
Claudius Seidl in der F.A.Z. zur Kurras-Debatte: “Schuss und Gegenschuss”
(Bild: cikaga jamie, Lizenz)
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