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Für morgen ein Brot von gestern vorbestellen

Mit großem Spaß las ich heute in dem Buch “Mein Leben als Suchmaschine“, der jüngsten Veröffentlichung von Horst Evers. Zwischen den Geschichten und Anekdoten fiel mir eine Szene auf, die jedem leidenschaftlichen Geizkragen als Anregung dienen könnte. In der kurzen Erzählung “YouTube und Brot” bemerkt der Erzähler nämlich beim Bäcker einen Dialog zwischen einem Mann und der Verkäuferin. Ich habe den kleinen Abschnitt für Euch abgetippt:

- Guten Tag, ich möchte gerne für morgen ein Brot von gestern vorbestellen.
– Sie wollen was?
– Ein Brot von gestern vorbestellen. Für morgen.
– Das geht nicht. Das morgige Brot von gestern ist ja heute schon da. Das kann man nicht mehr vorbestellen.
– Aber morgen kostet das Brot von heute, weil’s von gestern ist, doch nur die Hälfte.
– Ja.
– Na, und das will ich.
– Aber das geht nicht. Heute gibt es noch kein Brot, das morgen von gestern ist.
– Ja, aber da hinten liegt es doch.
– Was?
– Na das Brot, das morgen von gestern ist. Da hinten.
– Ja, aber das ist doch von heute.
– Eben, deshalb will ich’s vorbestellen. Dann kostet’s ja nur die Hälfte.
– Ja, ja, aber das geht nicht. Man kann Brot von gestern nicht vorbestellen. Wie stellen Sie sich das denn vor? Wenn das alle machen würden. Wo sollte ich das ganze Brot lagern? Den Platz hab ich hier gar nicht.
– Der Lagerplatz ist das Problem?
– Ja, genau. Ich brauch doch morgen den Platz für das Brot von morgen.
– Na ja, wenn das das ganze Problem ist, bestell ich eben jetzt für morgen ein Brot von gestern, aber nehm’s heute schon mit.

Die Verkäuferin starrt ihn an.Dann starrt sie auf die Schlange, die mittlerweile bis fast auf den Bürgersteig angewachsen ist. Mit leeren Augen packt sie das Brot ein, kassiert den halben Preis und schaut zur nächsten.

– Bitte?
– Ich würde gerne für morgen sechs Brötchen von gestern vorbestellen.

Herrlich. Sollte jetzt jemand auf Ideen gekommen sein und nach Analogien im wirtschaftlichen Betrieb suchen, dem kann gesagt werden, dass es die bereits in Hülle und Fülle gibt. Man muss sich nur einmal die bestimmt nicht erst seit gestern auf Halde stehenden Neuwagen ansehen. Aber ich glaube, da ist der Platz das geringste Problem.

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2 Kommentare

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