Ich hab mir noch nie ein Pferderennen angesehen. Aber ich ziehe es für demnächst in Erwägung, da ich während eines Kurzaufenthalts in der Bundeshauptstadt die Gelegenheit für eines, das im Hoppegarten (sagt man im Hoppegarten?) stattfindet, wahrnehmen könnte.
Bevor jetzt jemand hier erzählt, Pferderennen seien Tierquälerei (was ich nicht zu beurteilen vermag), sollten wir kurz darauf hinweisen, dass es uns bei der Entscheidung für diese Veranstaltung weniger um das Geschehen auf dem Platz ging als um das auf der Tribüne. Von diesem geht nämlich unstrittig viel größere Faszination aus.
Die Besucher von Pferderennen sind im kollektiven Hollywoodgedächtnis so chic wie die Gäste einer Ferrero Raffaello-Party auf Landgang. Dementsprechend suchen die Begleitung und ich bereits nach dem für diese Veranstaltung geeigneten Kleidungsstil. Wir sind uns dabei einig: Pretty Women müssen am Rande des Galopps Hüte tragen. Darüber hinaus auch noch Kleider, Sonnenbrillen, eine Art Operngläser und – nicht zu vergessen – von den männlichen Begleitern gnädig gestattete Wettscheine in den behandschuhten Händen.
Die Männer hingegen dürfen so ziemlich alles sein, am Besten abgewrackt und gut sichtbar in den Vierzigern zu verorten. Ein älteres Sacko ist Pflicht, der weite Kragen des Hawaiihemdes ragt über das Revers, wenn die Stirn des Trägers vor Verzweiflung auf die Seitenplanke drischt. Mindestens vier Papierzettel voller Zahlen hält er in der Hand. Alle vielversprechend, natürlich, doch dieses Mal wieder Pech gehabt. Eine Rolle also, für die ich nicht lange üben müsste (bis auf das mit den “Vierzigern”).
Ja, so muss das sein auf der Trabrennbahn. Egal, wie das Glück uns mitspielen wird, anschließend werden wir gemeinsam Raffaelo-Kugeln in Champagner-Kelche tunken. Für das gedachte Happy-End zumindest.
Wo gibt es denn eigentlich mal Hüte?
P.S.: Ist vom 11.-13. September irgendein NerdGeek-Bloggerkram in Berlin, von dem ich noch nichts weiß?
(Bild: ian_ransley, Lizenz)
2 Kommentare
Hüte gibt es mal directly in der Bergmannstraße – in der ihr haust bzw. die wiederum directly umme Ecke ist. Nicht zu verfehlen. Ich bitte dann um Beweisfotos.
Na, wie wäre es im heimischen Bielefeld mit dem Klassiker Hut-Hehner? Siehe auch Flaneure-Kommentar: http://bielefelderflaneure.twoday.net/stories/4390948/comment
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