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Der SPD-Einsteigerkit

SPD_WuerfelWie an anderer Stelle bereits beschrieben, komme ich seit Kurzem in den Genuss, einen Werdegang in der guten alten Tante SPD aus nächster Nähe mitverfolgen zu dürfen. Vor einigen Tagen lag dann auch ein dicker, roter Umschlag in der Post. Darin befanden sich: Kugelschreiber, die “SPD-Card”, mehrere Fragebögen und Anschreiben. Nennen wir es den SPD-ÜberlebensEinsteigerkit.

Das Parteibuch, von dem stets die Rede ist, scheint der Vergangenheit anzugehören*. Nunmehr darf sich eine rote Plastikkarte neben Kreditkarte und Bibliotheksausweis im Portemonnaiefach tummeln. Man modernisiert sich.

Noch etwas altbacken sind die Anschreiben – mit Liebe kopiert – von Franz Müntefering und Franziska Drohsel. Der Empfänger wird immer noch als Genosse angesprochen und geduzt. Ich bin kein strenger Verfechter des “Sie”, finde aber, dass es bei erwachsenen Leuten, die sich persönlich gar nicht kennen, zum guten Ton dazugehört. Natürlich wird bedauert, dass die Partei bei der Bundestagswahl undsoweiter. Aber ab jetzt soll alles anders undsofort.

Die Formulare soll man ausgefüllt bei der Bezirksvertretung abgeben, in diesem Fall in Bielefeld-Mitte. Darauf wird gefragt, ob man sich für diverse Gewerkschaften oder Unterabteilungen interessiert und wenn ja, für welche (bitte ankreuzen). Interessant ist ebenfalls, dass gleich danach gefragt wird, für welche Art von Politik man sich einsetzen möchte (z.B. Kommunal-, Landes-, Gesundheits-, Außenpolitik) oder welche Gebiete persönlich als wichtig empfunden werden. Da ließe sich dann schließlich gleich “Bundespolitik” ankreuzen und sicherheitshalber unter “Sonstiges” handschriftlich “Ich will sofort ganz nach oben” eintragen.

Derart vermessen wird die Empfängerin des Kits nicht sein, aber ich traue ihr allerhand zu. Ich werde die weitere Entwicklung verfolgen und dokumentieren.

*Update: Ich vernehme gerade “aus dem Backoffice”, dass das Parteibuch bei persönlichem Antreten vor dem Parteiverantwortlichen des Wahlbezirks ausgehändigt wird. Aber wofür ist dann die Karte? Hm. Vielleicht bekommt man damit Rabatt beim Kauf von Brotdosen.

(Bildquelle: spd.de)

3 Kommentare

  1. Jusos Hilden schrieb:

    Das Parteibuch erhältst Du aber noch. Im Normalfall direkt von jemandem aus Deinem Bezirk.

    Und ja: Es wird immer noch geduzt und das wird sich wohl auch nicht ändern ;-)

    Dienstag, 3. November 2009 um 17:58 | Permalink
  2. Rouven schrieb:

    Also, als der Kommentar abgegeben wurde, hat das “Update” bereits im Beitrag gestanden.

    Übrigens geht es gar nicht um mich selbst ;)

    Dienstag, 3. November 2009 um 21:29 | Permalink
  3. kaeptnkarcho schrieb:

    Also die Anrede mit Genosse gehört (für mich) einfach zur SPD, wie der Zahnarzt zu den liberalen.
    Auch wenn es wohl “nur” ein Relikt vergangener Tage zu seien scheint in der man noch Partei für Arbeiter u. die sozialen Unterschichten war.

    Ich freue mich jedenfalls auf weitere Einblicke einer SPDlerin und hoffe, dass sie es weit bringt.
    Da kann der der Polit-n00b mal ungefähr abschätzen wann die ersten Lobbyisten zu euch zum Kaffee kommen.

    übrigens: Das Parteibuch bekommt man dann persönlich ;-)

    Donnerstag, 5. November 2009 um 18:09 | Permalink

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