Wie vor einigen Wochen kurz einmal angedeutet, habe ich vor Kurzem den (Tanz-) Schritt gewagt und es wird inzwischen Zeit für ein kleines Resumé.
Vor Antritt des Kurses dachte ich, uns würde Stunde für Stunde ein neuer Tanz beigebracht. Doch dieser Gedanke konnte gleich nach dem ersten Termin mit den rituellen Olmekentänzen beerdigt werden. Vielmehr bekamen wir die Grundschritte für sogar vier Tänze beigebracht, die in den Folgestunden erweitert wurden, wobei dann noch einige weitere Tanzarten hinzukamen. Nach drei regulären Terminen behandeln wir also zur Zeit Blues, Rumba, Langsamer Walzer, Cha-Cha-Cha, Discofox, Foxtrott und Jive (und es kann gut sein, dass ich ich irgendeinen vergessen habe).
Nach bisherigem Kenntnisstand liegen mir ausgerechnet solche, die ich vorher – bei völliger Unkenntnis, was sich dahinter verbarg – nur vom Namen her als die albernsten davon hielt, nämlich Discofox, Rumba und Cha-Cha-Cha. Eine ganz erstaunliche Regel lautet übrigens: Bei allen Tänzen, deren Name auf “-a” endet, beginnt der Mann mit dem rechten Fuß. Diese Regel bezieht sich auf den Laut, d.h. darunter fällt auch der “Walz-a”. Wenn Ihr demnächst also einen Tanz erfindet, müsst Ihr bei der Namensgebung darauf achten, sonst sorgt Ihr mit Eurer Kreation für viele Stürze in den Kursen.
Ein äußerst spannendes Phänomen scheint mir übrigens zu sein, dass Frauen, die in der Regel eine selbstbewusste und emanzipierte Einstellung besitzen, beim Tanzen plötzlich “geführt” werden wollen und das auch noch völlig in Ordnung finden. Der Gesellschaftstanz kennt nämlich keine “führenden” Frauen. Wer sich als Mann also in die fünfziger Jahre zurückträumt, ist in der Tanzschule genau richtig aufgehoben. Für diesen Satz gibt es von mir 50 Cent in die Chauvi-Kasse und die Empfehlung an das Gender Studies-Institut als Studienobjekt.
Darüber hinaus habe ich gestern bei der Übungsparty persönlich bemerkt, weshalb manche von einem “Tanzsport” reden. Beim Jive, der eigentlich sehr einfach gestrickt, aber ziemlich schnell ist, spürte ich nach einer durchschnittlichen Popsongdauer meine nicht vorhandene Kondition. Ich war völlig aus der Puste und musste meine Beine wegen starker, einseitiger Belastung ausschütteln.
Die gestrige, jeden Sonntagabend (!) stattfindende Übungsparty hatten wir bisher noch nie besucht, aber auch feststellen müssen, dass die Feier-Konnotation des Wortes “Party” hier obsolet gewesen ist. Im Gegensatz zu den regulären, immer mittwochs liegenden Stunden waren hier auch ein paar Fortgeschrittene mit dabei, die im Wechsel mit den “Kleinen” auftanzten. Das ist von der Tanzschule bestimmt geschickt geplant gewesen. Beim Anblick einiger obskurer Tangoschritte fühlten sich einige mit Sicherheit noch mehr angespornt.
OK, einige meiner männlichen Mitstreiter wirkten bei diesen Eindrücken auch etwas resigniert. Aber ich denke, wenn ich mich ranhalte, braucht man mir auch nur die Abmessungen einer Fläche zu nennen, dann werde ich blinden Auges sogar mir fremde Tanzpartnerinnen beeindrucken können. In Ordnung, noch einmal 50 Cent in die Chauvi-Kasse.
Ein Kommentar
Zeig’s ihnen beim “Tango totale”! Das ist der, gegen den Lambada ein Kindergeburtstag ist.
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