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Google Buzz: Lust ist schon verflogen

Na, ich würde mal sagen: Das war wieder nix mit Google Buzz. Ein Angriff auf Facebook und Twitter sollte es sein, aber die ersten Eindrücke zeugen eher von einer Mischung aus Google Wave (womit ich immer noch nicht viel mehr anzufangen weiß) und Google Reader. Ob das ganze mobil mehr Sinn ergibt, weiß ich nicht zu beurteilen, da ich schließlich (noch) nicht im Besitz eines Smartphones bin. Auf dem Rechner stiftet es jedenfalls einige Verwirrung, ähnlich wie bei Wave. Lässt man andere Dienste wie Twitter oder Empfehlungen aus dem Reader noch in den Fluss an Meldungen miteinfließen, ist der Kopf schnell überfordert.

Am meisten daran stört mich der Umstand, dass sich das Geschehen im Browserfenster abspielt und nicht in einem Desktop-Client wie es bei Twitter mit verschiedenen Varianten möglich ist. Durch das Beobachten des großen, geöffneten Fensters wird diese Form von Social Networking nämlich zur Haupttätigkeit und man kann das Ding nicht nebenbei laufen lassen. Christoph hatte gestern kurz die Idee, Buzz im Google Chrome zu öffnen und mit den dortigen Shortcuts eine Applikation auf’s Desktop zu packen (siehe Youtube-Anleitung).
Doch das funktionierte dann nicht, da Buzz schließlich in GMail implementiert ist. Die Applikation, die dann erzeugt wird, wäre also für GMail, nicht für Buzz. Grr.

Womit wir beim nächsten Problem wären: Die Einbindung in das Mailprogramm und die vielen neuen Buzz-Benachrichtigungen im Posteingang. Eine unschöne Angelegenheit, wenn man es nicht will, zumal alle GMail-Nutzer den Dienst aktiviert bekamen, ob sie ihn nun wollten oder nicht. Immerhin weiß Kosmar, wie man mit einer Filterregel der neuen Belastung im Posteingang Herr werden kann. Buzz lässt sich auch komplett aus GMail entfernen, siehe hier.

Darüber hinaus ist mir bei der Anmeldung gar nicht aufgefallen, dass Google anscheinend über einen kleinen datenschutzrechtlich nicht unrelevanten Punkt schweigt. Businessinsider berichtet aber nochmal:

When you first post to Google Buzz, there is a dialogue box that reads “Before participating in Buzz, you need a public profile with your name and photo.”

It also says — albeit in tiny gray letters against a white background, “Your profile includes your name, photo, people you follow, and people who follow you.”

But it does not say that these publicly viewable follower lists are made up of people you most frequently email and chat with.

Even if it did say that, we doubt most users bother to read the text in the dialogue box before clicking “save profile and continue.”

Stimmt, ich hatte mich schon gewundert, dass ich kurz nach der Anmeldung soviele Kontakte dort hatte und deren Kontakte ebenfalls einsehen konnte. Bei Twitter kann man zwar auch alle “Bekanntschaften” – sofern das Profil öffentlich ist – einsehen, aber die muss man dort erst nach und nach autorisieren. Hm, nicht so schön. Wollen wir mal hoffen, dass Google etwas daran ändert oder zumindest vor der Anmeldung deutlicher darauf hinweist.

[Update: Hier ist nochmal der Link zu den Buzz-Datenschutzbestimmungen. Aber wurde ich auch vor der Anmeldung darauf hingewiesen? Ich weiß es nicht mehr. Muss ich mich jetzt extra nochmal ab- und wieder anmelden, um die Maske erneut zu sehen?]

Ansonsten: Die Neugierde wurde beim gestrigen Ausprobieren schnell befriedigt und der Spaß hat sich schnell wieder gelegt. Übrig bleibt ein großes Rätselraten, wofür das gut sein könnte, aber das war auch schon bei Wave so. Vielleicht gibt es ein paar Möglichkeiten für firmeninterne Kommunikation oder bei Veranstaltungen, das mag sein. Herr Basic hat dahingehend ein paar Ideen, wie ich soeben bemerke.

Und was Buzz fürs Smartphone betrifft, kann ich es – wie gesagt – nicht beurteilen.

[Update 14.02.] Zumindest den datenschutzrechtlichen Bedenken ist Google jetzt entgegengekommen und hat in wenigen Tagen mehrere Änderungen vorgenommen. Was das betrifft, kann der Dienst jetzt unbedenklich genutzt werden.

4 Kommentare

  1. Bateman schrieb:

    Ich finde auch, es ist sinniger z.B. TwitterGadget in Gmail zu nutzen. Zudem habe ich auch Facebook-Chat dort integriert.

    Donnerstag, 11. Februar 2010 um 20:03 | Permalink
  2. Rouven schrieb:

    Hm, naja ;-)
    O.K., ich sehe schon. Das hängt mal wieder nicht unwesentlich von persönlichen Vorlieben ab.

    Donnerstag, 11. Februar 2010 um 20:09 | Permalink
  3. AndreasK schrieb:

    Meine Buzz-Erfahrung war auch eher wie eine KSK-Mission: Schnell rein, schnell raus.

    Öffentliche Diskussionen, die in _meinem privaten_ Mail-Account stattfinden? Spooky …

    Donnerstag, 11. Februar 2010 um 22:28 | Permalink
  4. El Grande G. schrieb:

    Irgendwann verknoten sich all diese Gaga-Dienste zu einem unentwirrbaren Spaghettikloß!

    Freitag, 12. Februar 2010 um 0:33 | Permalink

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