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Anlage N und der Rest

Aaaaah. Entschuldigt mir bitte, werte Leser, die Ihr dieses Wochenende über den Formularen brütet, dieses Aufmacherbild. Es lag mir fern, Euch damit einen Herzkasper zu bescheren. Das Bild ist entstanden, als ich am Donnerstag einen Umschlag in den dortigen Briefschlitz warf. Inhalt: Ein Antrag auf Fristverlängerung. Mit der Begründung “aus akuter Arbeitsüberlastung” (nach einer Empfehlung von hier).

Das stimmt zwar nicht ganz, zumindest das “-über-” darin ist hineingedichtet. “Permanent hohe Arbeitslast” wäre wohl korrekt, aber irgendwie muss man es ja überdramatisieren, wenn man es nicht so mit Steuererklärungen und auch nie die Lust besessen hat, freiwillig mit Mr. IRS in den Ring zu steigen.

Seit der Selbständigkeit nehme ich meine ganze Umwelt in Absatzmöglichkeiten und Mehrwertsteuersätzen wahr. Traumhaft. Und berichte monatlich (mitunter mit vernachlässigbarer Verzögerung) über meine Umsätze. Aber den großen Batzen für ein ganzes Jahr, den schafft anscheinend niemand in ein paar Stunden.

Gut dokumentierte, vergangene Großzivilisationen wie die der Dinosaurier sollen bekanntlich nicht an einem Kometen, sondern am Stichtag der Abgabe ihrer Dinosaurier-Steuererklärung zugrunde gegangen sein. Wie immer waren Anlage N und die erforderlichen Nachweise für den Untergang der Urzeitriesen verantwortlich. “Verpflegungsmehraufwendungen unter Kosten der Unterkunft am Arbeitsort”, dachte laut der Tyrannosaurus Rex, während er den Kuli zwischen seinen Leffzen kurbelte und über die letzten Dschungel-Spaziergänge nachdachte.

Pech gehabt. Zu lange gedacht. Jetzt ist er schon ganz lange darüber verendet, statt dass er sich zwei oder drei Schildkröten-Snacks in derselben Zeit gemopst haben könnte. Schildkröten gibt es heute noch immer. Ratet mal, weshalb: Charles Darwin hat nämlich einige Nachkommen in die Finanzamts-Büros hineinbegünstigt! Bestimmt!

Ich bin mir im Übrigen gerade gar nicht sicher, welches Bild mir symphatischer ist. Dasjenige der kulinuckelnden Bestie gefällt mir sehr. Das der kriechenden Muße mit dem mehreckigen Schildpatt aber ebenso.

Dummerweise hinkt diese frei für mich erfundene Allegorie an einer wichtigen Stelle: Die langsame Schildkröte bin ich – auf das Finanzamt bezogen – selbst.

Ich gebe die Kommentare daher zum Schreien frei und widme mich meiner akuten Arbeitslast. Danke.

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