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Es gibt fast nur noch Blogs im Netz

Mittlerweile habe ich ziemlich viele CMSs zu Gesicht bekommen und ausprobiert. Und mit den meisten lassen sich prima intuitiv Inhalte für das Internet erstellen. Bei einem nicht näher genannten Medienverlag ist das etwas anders gelagert: Beim dortigen “Inhalte-Verwaltungssystem” musste ich mir von Anfang an Notizen machen, weil z.B. Feldbeschreibungen nicht immer dem entsprachen, was dort tatsächlich hinein soll. In langer Tradition und mit zahlreichen Layoutänderungen ist dessen Onlinepräsenz gewachsen, das CMS blieb aber dasselbe.

Im Prinzip sitzen auch im Verlag mehrere Leute und erstellen Content. Die neuesten Inhalte erscheinen – nach Kategorien in Unterseiten unterteilt – oben an erster Stelle, neuere rücken nach. Es gibt mittlerweile Kommentierfunktion, Facebook-Buttons und den ganzen Trallalla. Als ich kürzlich einmal in der Redaktion anmerkte, dass dort ein Multi-User-Blog befüllt werde, wurde ich ganz empört angesehen. nw-news.de sei doch kein Blog!

Ist es nämlich doch. Und faz.net und sueddeutsche.de etc. pp. ebenso. Die Trennschärfe verschwindet schon seit vielen Jahren. Das ursprüngliche Hauptmerkmal eines Blogs war schließlich die chronologische Abwärtssortierung der Beiträge. Damit war ein Blog von statischen Internetseiten, auf denen lediglich Informationen in immer gleicher Struktur präsentiert wurden, differenziert. Solche statischen Seiten gibt es aber inzwischen kaum noch, außer vielleicht für Firmenpräsenzen (und im Nachrichtengewerbe wären sie inzwischen tödlich).

Dass ein Blog unbedingt subjektiv geschrieben sein muss, um ein Blog zu sein, ist ebenfalls keine hinreichende Bedingung mehr. Zahlreiche (Multi-User-) Blogs – allen voran vielleicht die Huffington Post – machen inzwischen vor, dass auch sachliches Schreiben aufgrund guter, journalistischer Recherchearbeit möglich ist.

Heißt am Ende: Ob Blog, Portal, Internetseite. Die Bezeichnung für die Web-Präsenz ist egal, wenn sie nicht statisch im Netz herumliegt und langsam verstaubt. Solange wir die Inhalte erstellen und die Kommentare moderieren, sind wir entweder Blogger – oder eben die Redakteure unserer Seite. Fertig. Bums. Ende.

P.S.: Und ich habe schon seit Monaten aufgrund dieser Gedanken das Problem, nicht zu wissen, was für Inhalte ich in dem Blog zum Blog namens “nw-news.de” stellen soll. Ein Blog im Blog? Komisch, oder?

P.P.S.: Wenn das Thema spezieller wird, zum Beispiel ein Ortsteil wie der Bielefelder Westen, reden die Leser mir gegenüber automatisch von “Westen-Blog”. Seltsam, verwende ich dort doch das hochkomplizierte NW-Redaktionssystem, während bei dem explizit als solchem ausgezeichnetem Blog tatsächliche Blog-Software – nämlich WordPress – zum Tragen kommt.

Machen wir einen kleinen Test:

Fällt Ihnen als Leser etwas auf?
Aufgabe 1) Kennzeichnen Sie die typischen Merkmale eines Blogs und einer Nachrichten-Internetseite.
Aufgabe 2) Differenzieren Sie die Unterschiede nach deren Funktion.
Aufgabe 3) Stellen Sie fest, wo die Unterschiede liegen. Oder ob es überhaupt welche gibt (übersehen Sie dabei das Design).
Aufgabe 4) Stellen Sie sich die Frage, was für ein Quatsch das jetzt wieder war.

Und? Zu irgendeinem Schluss gekommen? Unter Kontakt liegt eine Email-Adresse verborgen. Würde mich schon interessieren.

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