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Hand im Vertriebe

Pynchon-simpsonsGelegentlich frag ich mich, wie das gehen soll, einen anonymen Künstler für den Kunstbetrieb zu identifizieren. Ich mein, stellen Sie sich mal vor: Jahrelang werden Stencils von Banksy hoch gehyped. Bei einigen Erscheinungen auf Londoner Wänden sind sich nicht einmal Experten sicher, ob sie von ihm stammen.

Die Werke werden dann bei Sotheby’s etc. feil geboten und ein russicher Gasmagnat o.ä. erwirbt sie für Pferde und Königreich (interessante Vorstellung eingeschoben darüber, wie man ein Stencil von einer Wand wieder herunter bekommt/kratzt/briefmarkensammlerähnlich andampft).

Wie kann aber Banksy seine Hand dafür ins Feuer legen, dass es sich um seine Werke handelt? Hat er bei einer Schweizer Bank ein Postfach hinterlegt, mit beglaubigter Kopie seines Ausweises und seines Künstlernamens?

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Mir geht es hier gar nicht mal um die Wahrnehmung von Urheberrechten, sondern um die Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Und wenn ich an das Team der Simpsons denke, scheinen die dort ganz hervorragend in punkto Recherche zu sein. Nicht nur bei Banksy, mir fiel da auch grad Thomas Pynchon ein (btw.: Wie holt sich Pynchon überhaupt seine Tantiemen ab?).

Am Ende wird sich wahrscheinlich höchst desillusionierend zeigen, dass es sich bei der vermeintlichen Anonymität um eine bloße Vermarktungsstrategie handelt. Ich ahne es. Einmal die Hand in Richtung Vertrieb gestreckt = Fehler begangen.

P.S.: Immerhin weiß ich jetzt Pynchon aufgrund eines Literatur-Geschenks zu schätzen. Dazu vielleicht später mehr.

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