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Raus damit!

Gewisse Veränderungen bei meinem ehemaligen Hauptauftraggeber lassen sich einfach nicht übersehen und es fällt mir nur sehr, sehr schwer, darüber zu schweigen. Meine Zurückhaltung (übrigens auch im Gespräch) rührt zum Einen daher, da ich nicht weiß, ob solche Kritik justiziabel wäre und zum Anderen, weil so etwas auch immer ein wenig nach “Rache” röche. Wer mich aber kennt, wird wissen, dass Lust nach Genugtuung mir fern liegt.

Als mir im März letzten Jahres mündlich von der Chefredaktion zugesichert wurde, mein Stadtteilportal für den Bielefelder Westen dort weiter mindestens bis Ende des Jahres online führen zu können (“Herr Ridder, Sie sind doch ein Aushängeschild und Imageträger der NW“!), war ich zunächst beruhigt. Hätte ich es mir mal schriftlich geben lassen. Aus irgendeinem nicht näher bestimmbaren Gefühl war ich an der Stelle schon so klug, bielefelds-westliche.de aufzuziehen und alle eigenen (!) Beiträge zu spiegeln. Drei Monate später war ich per E-Mail – zwischen zwei Lokalterminen empfangen – schlauer, dass ich nicht mehr dabei sein soll.

Vor ein paar Tagen sah ich eine Stellenanzeige auf StepStone für einen mir neuen Betrieb namens “OWL-Digital”. Online-Redakteure wurden gesucht. Das klang zunächst einmal spannend. Nach dem Klick darauf stellte sich dann aber heraus: “OWL-Digital betreibt für die Zeitungsgruppe „Neue Westfälische” die führenden Nachrichten- und Serviceportale in der Region Ostwestfalen-Lippe.”

Ach Gott. Das passte dann nur zu gut auf die plötzliche Umstellung des bisherigen Web-Auftritts nw-news.de auf das offenbar für kurzsichtige oder ausschließlich visuell ansprechbare Menschen gerichtete neue Portal nw.de (Kritik hier). Man braucht sich auf das genannte Jobangebot auch gar nicht erst bewerben, wenn man sich etwas Handfestes mit Sozialversicherung etc. pp. erhofft. Es handelt sich bei OWL-Digital nämlich – vermutlich – ähnlich wie bei der Medienagentur NOW (darf sich streng genommen künftig um Anzeigen- und Kundenbeilagen usw. kümmern) um ein Outsourcing. Sind die Aufgaben ausgegliedert, braucht sich das Unternehmen nicht mehr um Tarife zu kümmern.

Ich bin übrigens auch nicht mehr bei der NW“, sprach mich erst heute ein Programmierer an, den ich noch vor einem Jahr dort fast immer “im Tunnel” am Schreibtisch antraf. “Betriebsbedingte Kündigung. Wird nur noch alles von Externen gemacht“, sagte er und wir lachten. Investition war mal, Sparen ist jetzt.

Und das sind auch die Gründe, weshalb ich keinen Argwohn gegenüber den ehemaligen Kollegen hege: Die können nämlich nichts dafür. Sie versuchen nur, gute Inhalte zu schaffen. Das bekommen sie auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten hin, so grade. Die nächste Kürzung des Honoraretats führt dazu, dass die sowieso schon auf der Gehaltsliste stehenden Redakteure noch mehr rausmüssen und über das Konzert des Keyboardkreises in… sonstwo berichten müssen. Die dortigen Teilnehmer sollen als Abonnenten schließlich nicht vergrätzt werden.

Und wir sollten alle auch ein bisschen nachsichtig mit der NW sein ;-)

P.S.: Hat jemand ‘nen Job?

P.P.S.:




Ein Kommentar

  1. Grafikus schrieb:

    Die neue NW-Webseite hat ja wohl mit “Responsive” nichts zu tun, denn sie sieht nur auf Smartfons halbwegs aus und auch da ist das dargestellte Informationsangebot nur ausgesprochen einbahnstraßig wahrnehmbar.
    Peinlich ist die Selbstbejubelung der Fortschrittlichkeit, obwohl die teuer bezahlte Programmierbude es nicht einmal hingekriegt hat, mit ein paar Templates für verschiedene Endgeräte den Content jedem User Gerätegerecht zu präsentieren. PC-Benutzer scheint es in der Welt der NW-online nicht mehr zu geben.

    Angenehmer Gestaltung (früher: “Web-Design”)? Fehlanzeige.
    Usability und intuitive Nutzbarkeit? Vernachlässigbarer Ballast!
    Erstaunlich auch, das man offenbar den Roll-out ohne ausreichende Beta-Tests veranstaltet hat, denn die Bugs und Usability-Hindernisse werden nun erst Stück für Stück nachträglich beackert (Bananen-Prinzip: Produkt reift beim Kunden).
    Alles in allem sehr PROVINZIELL, was die NW da macht.
    Von der Boulevardisierung der Inhalte wollen wir gar nicht erst reden. Und die unprofessionell anbiedernde Ansprachen der User auf Facebook mit “Guten Morgen, Ihr Lieben” und “Hanswurst* vom Nachtdienst hier” (*Name aus Datenschutzgründen verändert) gehen ja nun mal gar nicht!
    Dagegen erscheint das WB geradezu als hochseriöses Pressedings!
    Wie man hört, halten sich die Herren Redakteure in ihrem “Newsroom” aber (Nase hoch!) für ziemlich weit vorn.

    Wer holt die NW von diesem Irrweg zurück? :::

    .

    Mittwoch, 10. Dezember 2014 um 23:56 | Permalink

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