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Nachricht von XING

Sehr geehrter Herr Ridder,

Johannes Remmel möchte Sie auf XING als Kontakt hinzufügen.

“Sehr geehrter Herr Ridder, als Teil der neuen Social Media-Strategie meines Ministeriums haben wir dieses Profil gestartet. Künftig werde ich über Xing regelmäßig über meine Arbeit als Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) informieren. Über die Statusmeldung werde ich tagesaktuell über neueste Entwicklungen in der Energie-Debatte, wichtige Termine und neue Verbraucher-Studien informieren. Würde Sie daher gerne als Kontakt aufnehmen, falls Sie Interesse haben. Beste Grüße, Johannes Remmel und das Presseteam”

Gebärdennamen für Politiker

Als ich in Minden mein Abitur auf dem Kolleg nachholte, hab ich aus Interesse nebenbei an einem Unterricht für Gebärdensprache teilgenommen. Damals hatte ich bereits bemerkt, wie interessant die Zuordnungen von Bedeutungen zu bestimmten Gesten sind. Gehörlose benutzen immer die naheliegendste, ikonografische Geste für ein Objekt. Auf der re:publica hat die von Geburt an gehörlose Julia Probst auf dem Panel “Blogger_innen im Gespräch” eine kleine Kostprobe davon gegeben, mit welchen Gesten taube Menschen bekannte Politiker bezeichnen. Selbstverständlich mit Dolmetscherin. In der linken Graphik ist die Geste für Angela Merkel zu sehen (©Lucas Kollien). Julia Probst schreibt dazu:

Bundeskanzlerin Merkel wurde bis vor ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin als “Miesmund” bezeichnet, die Ausführung geht so: Flache Hand, Daumen abknicken, die Hand so auf den Mund legen, dass der Zeigefinger das untere Kinn berührt und den Zeigefinger berührend über den Mund gleiten lassen, sodass man einen Halbbogen zum anderen unteren Kinn beschreibt.

Noch viele weitere, teilweise sehr amüsante Beispiele gibt es hier in ihrem Blog “Die Welt mit den Augen sehen”.

Julia Probst auf Twitter:
twitter.com/EinAugenschmaus

Viele Ansätze im Sublokalen

"Wie wird man zum Local Hero?" auf der re:publica 2011

Stefan Aigner, Rainer Kurlemann und Philipp Schwörbel beim re:publica-Panel “Wie wird man zum Local Hero?” (Foto: re:publica 2011)

Auf der re:publica-Konferenz fand auch ein Panel statt zu einem Thema, dass mich beruflich interessiert. In “Wie wird man zum Local Hero? Lokaljournalismus im Internet” präsentierten vier Internet-Lokaljournalisten ihre Erfahrungen. Allein bei der Zusammensetzung der Sprecher wurde sofort deutlich, dass es offenbar viele verschiedene Ansätze für Hyper- bzw. Sublokalität (letzteren Terminus verwenden wir bei der NW) gibt. Hardy Prothmann vom heddesheimblog.de hatte aus Termingründen abgesagt. Stattdessen wurde aber Stefan Aigner von regensburg-digital.de gefunden. Aigner war sowieso auf der re:publica, weil er dort kurz zuvor über seine Erfahrungen mit Abmahnungen referiert hatte.

Neben Aigner sprachen Carolin Buchheim vom freiburgischen fudder.de, Philipp Schwörbel von den “Prenzlauer Berg Nachrichten” und Rainer Kurlemann als Online-Ressortleiter der Rheinischen Post.

Dort hingegangen bin ich mit dem Verständnis, sublokal bedeute ins tiefere Detail des Lokalen zu schauen. Und “Local Hero” impliziere, die Berichterstattung sei personalisiert. Also so, wie wir es bei der NW mit einem Stadtteil und mir als Hauptperson in “Bielefelds Westen” versuchen. Die vorgestellten Konzepte verfolgen aber anscheinend ganz andere Strategien, je nach Hintergrund.

•  fudder.de scheint die ganze Stadt Freiburg zu berücksichtigen. Das Portal wird über einen Online-Verlag von der Badischen Zeitung betrieben. Es richtet sich aber weniger an die Zeitungsabonnenten, sondern an ein jüngeres Publikum, mit Szene-Hinweisen, Gewinnspielen, Foren zum Mitreden etc. pp. Gar kein schlechtes Ding, finde ich. Der Begriff “sub-” oder “hyperlokal” wird hier auf jeden Fall als “anders als das Stadtblatt” begriffen.

• Anders als das Stadtblatt ist auch regensburg-digital.de. Stefan Aigner hat vormals für das etablierte Printmedium gearbeitet, empfand den dortigen Lokaljournalismus aber zu unkritisch. So manches Bauvorhaben müsste stärker kritisert werden, als es die Lokalzeitung tut. Daher hat er sich selbständig gemacht und das genannte Onlinemedium gegründet. Es kümmert sich ebenfalls um die gesamte Stadt, aber parallel zu den etablierten Medien. Sie recherchieren dort etwas länger und tiefer, veröffentlichen nicht unbedingt immer täglich, dafür erreicht das Angebot inzwischen an die 150.000 Visits im Monat (wenn ich das korrekt herausgehört habe). Obwohl unabhängig und mutig, ist regensburg-digital.de nach eigenen Angaben unterfinanziert. Der eigene Förderverein bittet um Spenden und Mitgliedschaften.

• Philipp Schwörbel war bereits stark in den Medien vertreten. Über seine “Prenzlauer Berg Nachrichten” wurde schon oft in Fernsehbeiträgen berichtet. Anlass für die Gründung dieses Online-Verlags sei gewesen, dass die Berliner Zeitungen so gut wie gar nicht mehr über Neuigkeiten politischer oder kultureller Couleur im Stadtteil berichten. Die Lücke soll das seit Anfang Dezember gestartete Angebot [Anmerkung: Interessant für mich. Fast genau so lange wie der “Westen”] schließen. Die Prenzlberger haben allerdings keinen Verlag im Rücken und regeln alles selbst. Das wird noch richtig spannend. Ich bin übrigens richtig angetan von deren schlichtem Layout. Beim Anblick dessen öffnet sich mir der Mund Homer-Simpson-like und lässt Speichel fließen. Komm rein, Info.

• Bei der Rheinischen Post sah ich viele Parallelen zu den Bestrebungen der NW. Das war fast identisch. Allerdings auch nur im Hinblick auf die allgemeinen Strategien. Rainer Kurlemann berichtete darüber, dass der bisherige Content aus dem Print anhand neu definierter Stellen [Anmerkung: Nicht von neu eingestellten Leuten] vor Ort sofort in den Online-Bereich gehievt wird. Brennt irgendwo etwas, will der Nutzer das nicht erst am nächsten Tag aus dem Blatt erfahren. Das müsse online “angeteasert” werden.

Ich hab mich übrigens rund um die re:publica mit allen Vortrags-Teilnehmern mehr oder weniger unterhalten können. Bis auf Stefan Aigner, den hab ich aber immerhin später “virtuell erwischt”. Und ich habe einige Fazits nach der “Local Hero”-Veranstaltung gezogen:

1.) Das nächste Mal sitze ich da vorne und erzähle

2.) Und dann sag ich, wie das eigentlich ist, wenn man sich mit den Nachbarn tatsächlich unterhält.

Oder 3.) mit ihnen Spaß macht, wie z.B. hier: “Rouven Street View

P.S.: Alle Sub- oder Hyperlokalen Aktivitäten, wie sie auch gestaltet sein mögen, bewerte ich mit “<3"

P.P.S.: Huch, Carsten schreibt hier:

“Wie wird man zum local hero?
Fragen wir das diejenigen, die außer regenbsburg-digital.de eben genau keine local heros sind: Fudder, die schlichte Zeitungsseite RP-Online.de und die wohl immer noch die Texter nicht bezahlenden Prenzlauer Berg Nachrichten. Fragen wir nicht tatsächliche local heros wie Rouven vom Bielefelder Westen, den Düsseldorf-Blog.de oder die Rainersche Post.” (Link)

Na, irgendwie sind auch alle der präsentierten Seiten tatsächliche “Local Heroes”. Als Synekdoché, also als Metapher für ihre Berichte begriffen geht das schon. Die wenigsten wagen das lokale Geschehen aber auf eine Person hin fixiert. Bei der NW galt dies für den Probeversuch – um einmal um dem Nähkästchen zu plaudern – wirklich für eine reale Person. Wir hatten aber den Begriff “Local Hero” vermieden. Wegen des implizierten Heldentums, aufgrund dessen man sich ziemlich lächerlich machen könnte, wenn dem nicht so ist.

Und jetzt raten Sie mal, wer den Verantwortlichen den “Local Hero”-Begriff ausreden musste. Genau. Ich heiße übrigens Rouven.


Links:
Prenzlauer Berg Nachrichten
Regensburg Digital
Fudder.de
Bielefelds Westen

Und muss ich jetzt wirklich die Online-Version der Rheinischen Post verlinken?

Ein weiteres P.S. (schon das dritte): Das aktuelle Magazin der ZEIT porträtiert in seiner Journalismus-selbstkritischen Ausgabe das Portal bruchsal.org als Netz-Alternative zu der dortigen Zeitung Bruchsaler Rundschau. Zum Artikel.

Flachbildschirmrückseitenberatung

Der mit Abstand gefeiertste Vortrag auf der diesjährigen “re:publica” stammt vom früheren, Bielefelder Mathematik-Professor Gunter Dueck zum Thema “Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem”. Lasst Euch nicht vom etwas schleppenden Beginn täuschen, er steigert sich enorm und die 48:31 Minuten* lohnen sich. Mit zahlreichen Anekdoten gespickt und äußerst unterhaltsam (er erinnert mich seltsamerweise in seiner Mimik und Betonung an den frühen Jerry Lewis. Oder passt “Johann König der #rp11” vielleicht besser?) prophezeit er die notwendige, allgemeine Priorisierung des Netzes, das Verschwinden der meisten Berufe und regt einen anderen Schwerpunkt auf Fähigkeiten von Menschen an. Datenschützer dürften den einen oder anderen Punkt sicherlich anders sehen.

Grandios waren beispielsweise seine Neuwortschöpfungen für Behandlungsweisen im Dienstleistungssektor wie “Flachbildschirmrückseitenberatung”.

Aber hört und seht selbst:


Youtube-Direktlink

*Das Video ist übrigens kein offizielles von der re:publica, sondern geleakt (daher die kleine, zwischenzeitlich eingeblendete Fehlermeldung auf dem Screen für zirka eine Minute). Ich hab mir aber sagen lassen, dass die offizielle Version bald kommt.

Zwei Anmerkungen hätte ich “Oberlehrer” nach längerem Nachdenken aber dennoch:

1.) Das, was Dueck im Hinblick auf die Netzverfügbarkeit fordert (“Warum ist das [Internet] nicht einfach da?”, “Warum muss ich mir im Hotel ein Business Media Paket kaufen?”, man würde nur an “Tower-Lösungen” schrauben etc.), wird bereits vielfach in der Debatte um Netzneutralität formuliert. Obwohl der Begriff im Vortrag nicht fiel.

2.) Wenn die Gesellschaft sich darauf konzentriert, emotionale oder pädagogische Fähigkeiten herauszubilden und zu fördern, ist am Ende niemand (oder nur wenige Menschen) mehr vorhanden, der Wissen generiert. Dueck hätte zu dem Problem wahrscheinlich gesagt: “Darüber sollten wir nochmal nachdenken” oder “Da muss man was machen”.

[mit Dank an Philipp für den Link]

Re:publica XI – Es kann losgehen

re:publica 11 Wer einmal einen Blick auf den Veranstaltungsplan der morgen beginnenden “re:publica”-Konferenz geworfen hat, wird vielleicht verstehen, wenn ich mich bis auf wenige Sessions nicht festlegen möchte, welche ich besuche. Zu gewissen Zeiten ist einfach zu viel interessantes dabei, was gleichzeitig stattfindet. Ich entscheide dann lieber vor Ort, nach Bauchgefühl und was ich von den anderen Teilnehmern im Vorfeld darüber höre.

Diese Vorgehensweise hatte sich im letzten Jahr bewährt und ich hab Sachen gehört, von denen ich vorab nicht daran gedacht hätte, mir einen Vortrag darüber zu gönnen.

Wohlan, morgen kann’s losgehen. Meine halbe Twitter-Timeline scheint sich bereits zu freuen (#rp11). Wahrscheinlich auch auf das Beste der Konferenz: Das Socializen.

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