
Ein paar Eindrücke vom Bielefelder Bloggerstammtisch gibt es hier…

Ein paar Eindrücke vom Bielefelder Bloggerstammtisch gibt es hier…
Als ich mir gestern den Entschluss gefasst hatte, für einen Beitrag über das forthcoming Bielefelder Blogger- und Twittertreffen vorab einmal alle, die bereits dafür zugesagt hatten, zu verlinken, fiel mir auf, dass das Unterfangen a) enorm aufwändig ist und b) es sich rächt, wenn man seine Blogroll (a.k.a. Blog-Linkliste) nicht pflegt.
Das war ärgerlich, erstens deshalb, weil ich die entsprechenden Links nicht sofort griff- und kopierbereit hatte und zweitens, weil gegenseitiges Verlinken doch das A und O des Bloggens nicht nur bedeuten soll sondern bedeutet. Nicht umsonst hatte StyleSpion-Kai unlängst die Aktion “Ein ♥ für Blogs” in’s Leben gerufen, um Verlinkungen wieder in’s Bewusstsein zu rufen.
Ohne Links kommt der Leser nicht weiter, es sei denn, man will, dass der Leser beim Blogger hängenbleibt. Andererseits zeigt der bloggende Autor mit einer Blogroll auch, wo er mitliest, von wo er (evtl.) Einflüsse mitnimmt oder – ganz pathethisch ausgedrückt – “wo er zuhause ist”.
Dass das Interesse der hierhin Surfenden daran groß ist, erkenne ich täglich in meinen Logdateien. Mehrfach am Tag wird darauf zugegriffen, und ich hatte jedes Mal, wenn ich das bemerkt hatte, ein schlechtes Gewissen, meine Blogroll schon seit langer Zeit nicht aktualisiert zu haben.
Zumindest für die persönlich bekannten, morgen höchstwahrscheinlich anzutreffenden Blogger habe ich das jetzt geändert. Der Rest folgt.
Chatroulette, der neue hice shice im Internet. Ich hab’s, ehrlich gesagt, immer noch nicht gewagt, es auszuprobieren, obwohl BoingBoing schon vor zwei Wochen davon berichtet hat. Zwei Wochen und ich bin nicht sofort auf den Link gegangen! Irgendetwas musste mit mir nicht stimmen, springe ich doch sonst sofort, wenn es jemand im Netz verlangt.
Vielleicht lag es daran, dass mir zugetragen wurde, dass sich dort zu 75% Perverse herumtreiben sollen, die, sobald sich das Zufalls-Webcam-Fenster öffnet, Sachen wie zum Beispiel feuchte Gurken oder so in die Kamera halten.
Zum Glück war Casey Niestat so frei und hat es für mich und die zögernde Masse analysiert. Danach weiß ich, dass der Prozentsatz für Obszönitäten viel zu hoch angesetzt war. Aber auch, dass ich es trotzdem nicht ausprobieren muss. Schließlich können sich dort anscheinend nur gutaussehende Frauen mit anderen Leuten unterhalten:
Direkt [via Nerdcore und Polkarobot]
Fonsi unterbricht Rede und Rolle beim Aschermittwoch der Kabarettisten, wirft seinen Hut und seine Jacke hin und spricht als Christian Springer zu Guido Westerwelle
direkt (Videoausschnitt bei Youtube zur Verfügung stellen wurde indirekt angeregt von)
[via]

Manchmal sind diese Super-Agentenfilme doch ziemlich unheimlich. Damit meine ich nicht den ungezählten Kampf gegen wahnsinnige Möchtegern-Weltbeherrscher.
Aber es ist schon etwas seltsam, ausgerechnet durch Wiederholungen auf dahergelaufenen dritten Programmen von popkulturellen Erzeugnissen wie dem Film “Der Hauch des Todes” (1987) daran erinnert zu werden, dass westliche Agenten wie James Bond einmal auf der Seite der Mudschaheddin gekämpft haben. Wenn auch auf der afghanischen Seite, gegen die damaligen sowjetischen Truppen.
Und dann auch noch mit Timothy Dalton in der Hauptrolle. Sowas.
Beim Betrachten dieser Filme weiß ich auch jedes Mal wieder, weshalb wir immer neue Waffen entwickeln lassen und kaufen müssen: Weil Sean Connery & Co. überall ihre High-Tech-Wummen liegen lassen, auch wenn sie nur mal eben die Magazine leer geschossen haben.
P.S.: Und weshalb Ultra-Bösewichte immer wieder unbeobachtet riesige Anlagen für ihre Zwecke bauen können, dafür habe ich ja schon ganz lange eine eigene Theorie.
Wir hatten früher in einem Reihenhaus, gegenüber der Grundschule, gewohnt. Das war nicht nur morgens praktisch, wenn man etwas länger als die anderen schlafen konnte, da man nur aus der Haustür in’s Klassenzimmer fiel. Neben der Schule war ein Sportplatz, und vom Schulgelände dorthin führte ein kleiner Abhang. Kaum hatte es ein bisschen geschneit und der Schnee blieb liegen, waren wir von dort nicht mehr wegzubekommen.
Am schnellsten hatten wir mit ein wenig Wasser aus dem unweit fließenden Bach kleinere Rutschbahnen auf dem abschüssigen Gelände geschaffen, um darauf aufrecht stehend herunterzuschlittern. Lag mal etwas mehr Schnee, errichteten wir kleine Sprungschanzen für die Schlitten, die dann reihenweise beim Wiederaufkommen zerbrachen. Und es bereitete Schadenfreude, wenn deswegen den Protzkinder ihre roten Plastikbobs zersplitterten.
Und mir fällt erst jetzt, bei dieser Erinnerungsarbeit wieder ein, dass wir bei richtig viel Schnee sogar kleine Iglu-Dörfer gebaut hatten. Das ging am besten, indem man eine gerollte Schneekugel wieder aushöhlte, also nicht so, wie man es in Kinderbüchern sah, aus Schneeziegeln errichtet.
Es ist sonderbar, was ein paar Flocken mit der Wahrnehmung von Kindern machen können: Die Mütter hatten dann plötzlich alle Mühe, uns zwischendurch an etwas anderes denken zu lassen. Wie zum Beispiel an’s Essen. Oder warum die Väter dann ständig geflucht haben. Was fahren die auch zur Arbeit? Ist doch doof.
Die Erinnerung, die sich mir momentan aber am deutlichsten einstellt, ist die, wie ich früher hinter dem Reihenhausfenster stand und den letzten Schneeflecken beim Wegtauen nachgetrauert habe, auch wenn sie noch so dreckig gewesen sind.
Merkwürdig. Man wird so emotionsresistent gegenüber den wiederkehrenden Wettereignissen.
Wenn die FDP sich als Koalitionspartner auf Bundesebene so richtig kräftig in die Sch* reitet, kann ein NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers unter Zugzwang geraten. Daher war es auch nur eine Frage der Zeit, dass er nach seinen populistischen Aktionen gegen Inder, Rumänen und Chinesen ebenfalls wieder tief eintaucht.
Unerträglich, diese ständige Medienpräsenz der gelben Brüder. Darum kam gestern auch gleich ein doppelter, rüttgerscher Rittberger hinein in den Dunk. O.K., darüber, dass ihm Kreuze in Gerichtssälen ein besonderes Anliegen sind, lässt sich streiten. Aber käufliche Gesprächszeit für Unternehmen, macht sicherlich keinen guten Fleck auf der Weste.
Die CDU Nordrhein-Westfalen bietet Ihnen wieder die Möglichkeit, sich mit Ihrem Unternehmen auf unserem Landesparteitag zu präsentieren und mit Politik und Medien in einen Dialog zu treten.
heißt es aus einem CDU-Schreiben, dass SpOn vorliegt. Und außerdem:
Für 20.000 Euro können Kunden demnach ein sogenanntes Partnerpaket für den Parteitag kaufen, das neben einem rund 15 Quadratmeter großen Stand auch “Einzelgespräche mit dem Ministerpräsidenten und den Minister/innen” verspricht.
Der Stand selbst kostet nur 14.000 Euro, der Rest geht also für die Einzelgespräche drauf. Da kann man als zahlender Unternehmer ja nur hoffen, dass man dabei qualitativ mehr geboten bekommt als so einen peinlichen Blödsinn wie dem SPD-Taumelkäfer-Vergleich am Aschermittwoch.
Bei den Ruhrbaronen ist mittlerweile – obwohl ihnen Entschuldigungsschreiben der CDU über Missverständnisse bekannt sind – die Stimmung hinsichtlich ihres Wählerkreuzes umgekippt.
Ich erwähnte es bereits einmal: Olympia ist nicht mein Ding. Und die Winterspiele schon gar nicht. Aber wenn es eine putzige Sportart gibt, dann ist es Curling. Stundenlang könnte ich dabei zusehen.



Diese Spannung, diese Dramatik!
Morgen muss ich mal den Flur schrubben.
Dafür muss man einfach mal was beknacktes als Erster riskieren. Wie dieser Tänzer hier beweist.
Aber: “There’s no movement without the first follower!”
Kennste, ne? Du unterhältst dich über Beziehungskram und landest am Ende thematisch im Tierreich. Und dann wird plötzlich und unerwartet darüber nachgedacht, wo denn der Sinn verborgen liegen könnte, wenn ein männlicher Löwe nach Eroberung eines neuen Rudels die vorigen Jungen umbringt.
Rein menschlich ein Gedanke, der schnell verworfen wird. Auch wenn es noch so schön sein mag, like a lion 40 mal am Tag mit allen Frauen des Harems zu schnackseln: Das Rotzbalg vom Vormann kann noch so verwahrlost und strunzdumm sein. Den Satansbraten sollte man lieber nicht entleiben, damit macht man sich immerhin strafbar. Das ist nicht gut für’s Führungszeugnis.
Dann doch lieber den Vergleich zu einem treuen Pinguin wagen. Dass diese Tiere sich treu sind, ist auch nicht besonders überraschend, schließlich können sie nicht schnell genug voreinander weglaufen. Womöglich besser: Der Vergleich zum Schwan, weil er a) eleganter wirkt und b) einige Postkartenverkäufer herausgefunden haben, dass zwei sich gegenüberstehende Schwäne toll aussehen, wenn sie mit ihren Hälsen Herzchen formen. Besonders im Abendlicht.
Dem menschlichen Verhalten werden diese Vergleiche aber alle nicht gerecht. Als ich neulich bei einer Biologin zu Gast war, habe ich einige Minuten damit verbracht, in ihrem Kosmosführer „Was blüht denn da?” zu blättern. Und es ist mir zumindest für den Mann tatsächlich gelungen, wenn schon nicht im Tier-, so doch im Pflanzenreich das perfekte Äquivalent zu finden. Oder sagen wir: Den besten Vergleich für viele Männer, so wie sie sich ihr Leben erträumen.
Die Rede ist nämlich von der…gemeinen Pimpernuss!

Die gemeine Pimpernuss (Staphylea pinnata) hängt den ganzen Tag nur faul an ihrem Strauch herum und ist – wie ihr Name schon sagt – gemein. Ganz stirnrunzlig vor üblen Gedanken blickt sie auf die Wiese. So ein Leben am Strauch ist aber auch nicht gerade reich an Abwechslung. Da darf man schonmal sauer sein über Vögel, Würmer und vögelnde Würmer, die sich frei bewegen können.
Von der faulen Nuss ist andererseits aber auch nicht zu erwarten, dass sie ihre Freunde mobilisiert und sagt: „Hey, Jungs. Guckt mal da drüben, der Pflaumenbaum!“ Dass sie sich dann unter Anstrengungen bemühen, Ableger für Ableger jahrzehntelang an ein Begierdeobjekt heranzupirschen, ist ihnen wahrlich nicht zuzumuten.
Hängenbleiben heißt die Devise und sich den Pollensack vom Wind schaukeln lassen. Und auf den seltenen Fall hoffen, dass mal was zum Knattern vorbeikommt.
Unterdessen muss der gemeinen Pimpernuss aber nicht langweilig sein. Sie gehört zu den Bedecktsamern. Das bedeutet ganz einfach, dass sie sich im Gegensatz zu den Nacktsamern zum Onanieren nicht einmal auszieht. So faul ist die.
Der eine oder die andere wird vielleicht wegen des Vergleichs entgegnen, welcher Mann würde sich denn damit zufrieden geben, sein Leben lang auf eine Wiese zu glotzen?
Dann haben Sie bis jetzt Glück gehabt und Ausnahmen kennengelernt. Der gemeine Mann besitzt nämlich keine hohen Ansprüche an das Leben. Man kann ihn vor „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ hängen und er ist still, aber glücklich.
„Und was ist mit Bier? Und Fußball?“ kommt dann vermutlich als nächster Einwand. Den lasse ich aber nicht gelten, denn das kennt die Pimpernuss schließlich nicht. Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. Und wagen Sie es bitte nicht, das gemeine Gewächs nachträglich damit bekannt zu machen. Sie wollen keine betrunkenen, randalierenden Pimpernüsse in der Umgebung von Bundesligaspielen sehen, glauben Sie mir das bitte!
Und das sage ich, obwohl es interessante, öffentliche Diskussionen nach sich zöge. Erstmals würden in die Debatte um die Sicherheit des Fußballs auch Landschaftsgärtner miteinbezogen.
Aber ich schweife ab. Jedenfalls dürfen alle diejenigen meiner Geschlechtsgenossen sich gerne angestachelt fühlen und an sich arbeiten, damit sie nicht mit einer geilen, fiesen Hartfrucht verglichen werden. Oder darüber nachdenken, weshalb ich mich jetzt doch nicht dazu habe hinreißen lassen, titelgemäß über das Aufmotzen von Hoden zu schreiben. Dann habe ich immerhin noch ein Thema übrig für das nächste Mal.
Oder aber ich finde bis zum nächsten Vortrag noch ein floristisches Pendant zur Frau. Bis dahin können wir aber weiter Postkarten mit Schwänen kaufen.