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Wie lieb

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Fundort: Bielefeld – Marktstraße.

Liège (Lüttich)

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Georges Simenon auf dem Place du Commissaire Maigret.

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Direkt gegenüber muss derzeit Simenons Geburtshaus (links) vor dem Einsturz in die Baulücke gestützt werden.

Grass und Kohl

Im März erwarb ich auf dem Flohmarkt auf dem Bielefelder Siegfriedplatz eine handsignierte Ausgabe von Günter Grass’ “Blackbox”. Zwei Wochen später verstarb Grass und auch, wenn ich nie großartig etwas mit ihm anfangen konnte und der Wert des Buches plötzlich rapide anstieg, dachte ich mir: Das hab ich nun wirklich nicht gewollt.

Auf dem heute stattgefundenen Flohmarkt entdeckte ich eine Ausgabe von Helmut Kohls “Erinnerungen 1930-1982″, ebenfalls handsigniert:

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Es wäre gruselig, wenn in zwei Wochen… Ich werde damit nichts zu tun haben.

Zitat eines Freundes: “Sollte das eintreffen, erwirb bitte niemals ein Buch von mir, in das ich meine Unterschrift gesetzt habe.”

Fotos von neuen Gebäuden

Jetzt habe ich bereits mehrfach Fotos von nigelnagelneuen Gebäuden kurz nach oder bei der Eröffnung geschossen und muss mich bei dem Ergebnis auf dem Rechner jedes Mal erneut darüber wundern, wie künstlich diese Bilder doch wirken. Als wären sie dem Reißbrett des Architekten entsprungen: “Seht her, so soll es einmal aussehen”.

Ganz extrem ist mir das bei der Begutachtung mehrerer Fotos von der Eröffnung des Ersatzneubaus der Bielefelder Uni (August 2014) aufgefallen. Als Beispiel:

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Und heute wieder, als der hiesige Hauspflegeverein* ein neues Quartier für Betreutes Wohnen eröffnete:

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Hätte sich die Wolkendecke – wie auf dem Beispiel darüber – während des Fotografierens ähnlich durchlässig verhalten und hätte stellenweise blauen Himmel durchgelassen, müsste man nur noch einen Wolken-Zeitraffer einfügen und wir befänden uns in einer arte-Doku über Mies van der Rohes späte Einflüsse. Weniger ist mehr**. Das wäre der Thrilling-Point, mit dem Christian Brückner, Robert de Niros Synchronstimme, herüber geschwengt hätte zu: “Blicken wir jetzt zu einem alten Pavillon nach Barcelona“.

Ich schweife ab (und hatte sechs Konjunktive im vorigen Absatz).

Zum Ausdruck bringen wollte ich nur: Die Bilder von den Gebäuden sind keine Gemälde oder Skizzen. Noch völlig unbelebt sehen sie tatsächlich so aus. Als Architekt würde mir einfallen, einen direkten Abgleich des Ergebnisses zum ursprünglichen Vorhaben dokumentieren zu lassen. Bei dem (post-)modernen, anthrazit gehaltenen und voll angesagten Gesamteindruck kann ja nicht viel schief gehen.

*Disclaimer: Mein Haupt-Geldgeber seit Oktober 2014
** Rattan-Möbel werden in der aktuellen, eigentlich gar keiner Architektur als zeitgemäß angesehen. Ist zwar wurbelig verschroben und aus Holz, aber ungemein bequem (für draußen).

Herzrasen

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Aktuell habe ich nebenbei das Glück, das Bielefelder AlarmTheater ein Jahr lang begleiten zu dürfen. Und eine der derzeit laufenden Produktionen weist als Darsteller fast ausschließlich unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge aus. Das heißt bei den Proben im Klartext: Die Regisseure arbeiten mit 20 bis 25 Menschen unter 18 Jahren, die von drei Clearingstellen der Stadt dort zu den Probeterminen hingefahren werden und von denen nur wenige gut Deutsch sprechen (es wird also in mindestens fünf Sprachen übersetzt).

Das Zusammenspiel funktioniert erstaunlich gut: Es wird getanzt und gelacht mit Kindern aus Syrien, Afghanistan und Bangladesh, aus Tadschikistan und dem Iran. Sie improvisieren zum Thema “Herzrasen” – dem nächsten Arbeitstitel – , als gäbe es kein Morgen mehr und wirbeln die Luft des Theatersaals dermaßen auf, dass mir der schwere Beobachter-Schal tatsächlich ein paar Zentimeter zur Seite flog.

Und sie haben Spaß. Sie können sich zwar nur schwer unterhalten, aber sie haben Spaß.

Ab und an gibt es Eindrücke dort.

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