Ästhetisches Problem

Posted on November 16, 2007
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Im Zuge des hier betrachteten Videos beschlich mich eine düstere Ahnung, aus einem ästhetischen Problem heraus geboren. Umgangssprachlich meinen die Leute meistens, wenn sie etwas als ästhetisch bezeichnen, immer noch, dass sie es als schön empfinden, oder auch nicht (”Das find ich jetzt aber nicht ästhetisch!“). Dass es sich dabei vielmehr um eine Begriffsauffassung von vor dem 19. Jahrhundert handelt ist den meisten weniger geläufig und hört sich in den Ohren derer, die sich bereits einmal intensiver mit dem Thema (evtl. sogar wissenschaftlich) beschäftigt haben, wie Fremdwortprofilierungsgelaber an.

Ästhetisch ist nämlich alles! Alles, was in irgendeiner Weise unsere Sinne herausfordert, und sei es nur ganz leicht, ist ästhetisch. So heißt es zumindest seit dem kalten Kant und dessen “Kritik der Urteilskraft”. Es stellt sich lediglich die Frage, wie stark es unsere Sinne herausfordert. Bezogen auf die Künste, spricht er dort von einem “ästhetischen Spiel” (in der Vorstellungskraft/bei der Rezeption oder, meinetwegen: im Kopf). Je nachdem, wie etwas unsere Sinne beansprucht, kann man demnach Relationen herstellen und davon sprechen, dieses Etwas sei ästhetisch gesehen “wertvoll” oder eben eher geringwertig. Geschmacksurteile (wie “schön”) sind schließlich eine subjektive Angelegenheit.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass derlei auch messbar ist. Wieso auch nicht? In der Neurologie ist es doch mit Sicherheit möglich, besonders hohe Impulse in neuronalen Netzen zu messen bzw. höherer Austausch von Neurotransmittern. Ich stelle mir es vor wie ein höheres Ausschlagen von Amplituden, vorausgesetzt, man visualisiert diese Effekte.

Ein Professor von mir meinte einmal während einer Vorlesung, man könnte sich die heutige, wissenschaftliche Auffassung von Ästhetik mit einem Vergleich gut vor Augen halten (wenn ich den nicht schon einmal an anderer Stelle erwähnt haben sollte): Eine Darstellung von Engelchen im Himmel, auf Wolken gebettet, mag zwar recht niedlich anzuschauen sein, wie sie in ihrem blauweißen Dunst dort oben herumgucken. Aber nun schaue man sich einmal die ganzen Bilder an, die Geschehnisse in der Hölle darstellen: Vom Malträtieren gepeinigter Seelen bis hin zu den skurillen Teufelsgestalten. Das sei doch viel interessanter und beanspruche unsere Sinne um einiges mehr. Es sei eben ästhetisch wertvoller.

Diese Gedankengänge hatte ich eine Weile nach dem ersten Betrachten von “2 Girls 1 Cup”, und nachdem ich gesehen hatte, was das alleinige Sehen eines Films körperlich verursachen kann. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir von irgendeinem Kriegsfilm richtig schlecht wurde. Den Film selbst fand ich inhaltlich zwar nicht interessant, höchstens dessen Wirkung. Wenn man das alles in Betracht zieht, kann man dann tatsächlich die gewagte These aufstellen:

“”2 Girls 1 Cup” ist ästhetisch wertvoll”?

(Und mir gruselt es jetzt schon bei dem Gedanken, dass man, nach dem Satz gegoogelt, hier bei mir landen wird.)

From Dawn Of Optik Till Dusk Of Audition

Posted on September 5, 2007
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Die heutige Einsicht lautete beim Gespräch mit dem Musiker-Bruder, dass es gewissen Sinnen bei der Wortfindung im Deutschen leichter fällt, auf ein größeres Inventar zurückzugreifen. Oder aber auch, dass der Bedarf danach nicht so groß wie bei anderen ist, dass es über okkasionelle Bildungen nicht hinaus reicht.

Steht dem adjektivischen “visuell” für den Seh-Sinn noch das “akustisch” beim Hören gegenüber, fällt dies im substantivischen schon etwas kärger aus. Dachten wir zumindest zunächst. Haben überlegt, was denn nun bei der “Vision” das akustische Pendant ist. Wir hatten uns die “Audition” selbst hergeleitet, teilweise aus dem englischen Begriff für “Publikum”, und hielten es dennoch für Quatsch.
Wie benennt man also den Höreindruck mit einem Nomen? Etwa tatsächlich “Höreindruck”?
:ponder_tb:

Nach längerer Überlegung und - überraschender - Recherche muss ich hier nun einmal endgültig, notizbuchartig, für mich und die Zukunft festhalten:

Es gibt offenbar eine rein physikalisch-materielle Terminologie als auch eine kognitive (wie in der Linguistik), den Rezipienten betrachtende.

Physik: Optik/optisch - Akustik/akustisch
Kognitiv-psychologisch: Vision/visuell - Audition/auditiv

Endlich mal geklärt. So. Begriffsfindung ist gelegentlich nicht einfach

Bin ich denn allwissend?

Posted on Oktober 6, 2006
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Ob ich wüsste, dass man, wenn man beabsichtigt, in den Ostmannturm (der ja bekanntlich der Freimaurerstiftung gehört) einzuziehen, “irgendwie missioniert” werden würde.

“Ja, klar,” hätte ich sagen müssen, “Aber auch nur, weil ich Freimaurer bin. Ich erzähl dir alles über die, pass mal auf…”

Und dann hätte ich mir ein paar schöne Geschichten aus der Nase ziehen können. Ach, Mist. Beim nächsten Mal.

Wenn die Jungen den Bau verlassen

Posted on März 21, 2006
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Wieder ein Google-Referrer zum Bemitleiden. Ein Mensch, der Antwort auf die Frage

nach wie vielen tagen erscheinen die jungen zum ersten mal vor dem bau ?

suchte, erhielt hier auf dieser Seite keine erhellenden Einblicke.

Aber ich gebe mein Bestes und schaffe Inhalte.

Nun denn, wann verlassen die Jungen also zum ersten Mal den Bau? Das variiert teilweise von Spezies zu Spezies sehr stark.
Beim Homo sapiens sapiens soll sich der Zeitpunkt soziologischen Berichten zufolge immer weiter nach hinten verlagern, und gerade unter den Studenten erfreut sich das Hotel Mama größter Beliebtheit.
Das mag mit der Erhebung von Studiengebühren zusammenhängen, womöglich auch mit der Einführung von Bachelor-Studiengängen. In letzteren ist es den Studenten nämlich ganz und gar unmöglich, neben dem vielen Auswendiglernen Zeit für Dinge wie Kochen, Wäsche waschen oder sogar Liebesleben aufzubringen.
Geschweige denn einen Gedanken für eigene vier Wände…

Wohnungssuche

Posted on Februar 16, 2006
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Folgendes schrub mir A.-L. aus dem fernen Paris:

hallo r., hier ist eine intelligente, hübsche und lustige französin, die von ende märz bis semesterende in bielefeld ein erasmus semester macht und keinen platz im wohnheim bekommen hat. ich dachte, du würdest vielleicht noch andere möglichkeiten für ausländische studenten kennen und wenn nicht würde ich dich fragen, ob du vielleicht deine ohren umher schweben lassen könntest….

Da ich meine Ohren nicht umher schweben lassen kann, poste ich das mal hier, immerhin gucken hier ja auch so einige Leute rein.
Für eine “intelligente, hübsche und lustige französin” sollte doch wohl eine Unterkunft zu finden sein. Falls jemand etwas weiß, da oben rechts gibt’s ne Möglichkeit, mir zu mailen.

Vier Dinge

Posted on Februar 13, 2006
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Oh wow. Das ist schon ein ganzes Weilchen her, dass ich mit einem Blog-Stöckchen bemüht wurde. Desideria möchte ein paar Fragen von mir beantwortet haben. Nun denn.

Vier Jobs, die ich mal hatte:

- Verwaltungsfachangestellter im Sozialamt
- Ortsleiter der Volkshochschule
- Zivi in der Altenpflege
- Tutor für Studis in der Germanistischen Linguistik

Vier Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann:

- I Heart Huckabees
- Lost In Translation
- Tiger & Dragon
- Ronin

Vier Städte, in denen ich gelebt habe:

- Lügde (bei Bad Pyrmont)
- Minden
- Bielefeld
- (Paderborn)

(Einschränkung von Paderborn, manchmal war ich dort monatelang wegen Berufsschulunterricht unterwegs. Sonst wären es nur drei)

Vier TV Shows, die ich liebe/ anschaue:

- Harald Schmidt
- Die Simpsons
- Zimmer frei
- Sex and the City (kein Witz!)

Vier Plätze, an denen ich Urlaub gemacht habe:

- BeNeLux
- Dänemark
- Paris
- Norditalien

(ich mache so gut wie nie Urlaub i.S. von Verreisen. Bin auch noch nie über das europäische Festland hinausgekommen. Würde ich aber gerne mal)

Vier Sachen, die ich gerne esse:

- Nudelgerichte und -variationen
- Aufläufe (insbesondere flämischer, hmm)
- Nasi Goreng (selbst fabriziert mutiert es eher zum “Quasi Goreng”)
- Pizzen

Vier Seiten, die ich täglich besuche:

- diese
- Blogumfeld
- Uni BI
- gegen Abend TV-Seiten

Vier Plätze, an denen ich jetzt lieber wäre:

- ich träum mich gern in fernöstliche Gefilde (mit dem entsprechenden Klima)
- in einem Kino
- im Bett (lesend)
- in der Bibliothek

Vier Leute, die diese Fragen auch beantworten sollen:

Ich gebe diese Fragen mal weiter an:
Jeden, der mitmachen möchte. Ich glaube, einige, die ich auffordern würde, empfänden das als Last.

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