Der Fußball in unseren Köpfen
Posted on Juli 5, 2008
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Gesehen in der Bahnunterführung Arndtstr., Bielefeld
Sex and the City - Der Film
Posted on Juni 28, 2008
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Desöfteren habe ich schon erwähnt, dass ich die Serie “Sex and the City” durchaus unterhaltsam empfinde und gerne gucke. Verwirrung vor und bei den ersten Dates, Zweifel an einer Beziehung und das alles kennen wir schließlich genau so gut, bekommen es dort aber durch die weibliche Brille präsentiert. Welcher Mann kann das uninteressant finden, zumal es tatsächlich lustig dargestellt wird?
Eben diese, teilweise sich überschlagenden Ereignisse stimmten jede Folge der Serie stets amüsant, auch für den Mann. Die Modeaspekte der einzelnen Skripte ließen sich leicht vernachlässigen.
Der Film aber, der Film, ist für mich kaum zum Aushalten gewesen. Sämtliche Protagonistinnen sind von Anbeginn in festen Händen, hier gibt’s mal ein kleines Krislein, dort ein Problemchen. Gut, bei Carries Hochzeit kommt’s zum Eklat, aber das Happy-End ist so voraussehbar wie sonst nichts. Als hätte man sich bei den vielen Filmen aus dem Deutschland der 50er Jahre bedient, die sonntagnachmittags auf den Öffentlich-rechtlichen laufen.
Insbesondere wegen der unglaublich schleppenden ersten Stunde (Hochzeitsvorbereitungen, Kleiderwahl etc. pp.) sei der Männerwelt dieses Mal deutlich von dem Film abgeraten. Jede einzelne Folge der Serie war ungleich lustiger als der Film.
Bitte keine Fortsetzung dieser Art davon.
Hail to the Arkelanfall
Posted on Juni 23, 2008
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Wie schön ist es doch, dass die Welt sich nicht perfekt verhält. Perfektion zieht nämlich in der Konsequenz Sterilität und Uniformität nach sich, und ginge es nach den Stimmen, die Perfektion für den Telos allen Strebens halten, lebten wir schon bald auf einem langweiligen Gattaca (wiki / imdb )-Globus und müssten wie Ethan Hawke darum fürchten, durch Individualität aufzufallen.
Unzulänglichkeiten wollen daher beachtet und dokumentiert werden. Hinterhöfe müssen beschritten, der nicht eingehaltene Putzplan aller Studenten-WGs für die Öffentlichkeit festgehalten sein. Es existiert viel mehr Schönheit am Rande der Intercity-Bahnstrecke, als man glaubt. Lauter verlassenes Kapital wird dort überwuchert, die Natur holt sich nach und nach alle Schrankenwärterhäuschen zurück. Es ist Zen-Buddhismus ohne Gegenwehr.
Gelegentlich wird man dann, mit dem für Abnormes jenseits von gelacktem GNTM und DSDS geschulten Auge, sensibel für außergewöhnliche Erscheinungen. Gestern Abend sah ich im Außenbereich eines Bielefelder Lokals einen Außerirdischen, der sich geschickt als Dämmaterial um - vermutlich - nach außen hervorstehenden Heizrohren schmiegte. Dort tat er ein wenig zerfetzt, ließ klammheimlich etwas, das an Glaswolle anmutete, aus seiner alufolienartigen Haut hervorlugen. Zumindest die Tarnung schien perfekt. Der übrige Besuch des Lokals achtete stattdessen viel lieber auf das Gewitter, ankommende Gäste und den grünen, spanisch-italienischen Bildschirm.
Im Übrigen halte ich es für außerordentlich beachtlich, dass jedes Mal, wenn man ein extraterrestrisches Gebilde ablichtet, das Ergebnis wie hier hochgradig grobkörnig und viel zu dunkel erscheint. Beinahe gerieren diese fotografischen Eigenschaften zu Indizien für Objekte from outer space, womöglich reagieren Außerirdische auf Objektive auch nur schüchtern, eine Reaktion, die sich in irgendeiner, mir nicht erschließbaren Form, auf das Foto auswirkt. Nur zu gerne hätte ich E.T. gefragt, weshalb er sich auf diese Art und Weise zu verstecken sucht, fürchtete aber, bei meiner Begleitung selbst als sonderbar durchzufallen. Ich werde es nachholen, wenn er/sie/es dort noch weiter hängen sollte.
Ich neige nunmehr dazu, im Sinne von Douglas Adams’ Jatravartiden daran zu glauben, dass Universum sei während eines Niesers des Großen Grünen Arkelanfalls entstanden. Damit ginge man zumindest gut konform mit der Ansicht, man könne sich unmöglich gegen die Unvollkommenheit der Welt stemmen. Der große, grüne Arkelanfall, der lässt auch tanzende Sterne zu.
Futter für den Tank
Posted on April 25, 2008
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Juno
Posted on April 25, 2008
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Karriere und “individuelle Entfaltung” stehen dem Kinderkriegen immer noch ziemlich im Weg. Selbst, wenn man wollte und finanziell nicht so gut dasteht, müssen hierfür noch ein paar mehr Maßnahmen innerhalb der Sozialsysteme und vor allen Dingen gesellschaftliche Anerkennung - beruflich, privat usw. - her.
Gestern Abend war ich im Film “Juno“, der den Weg der sechzehnjährigen Schülerin Juno MacGuff (Ellen Page) beschreibt, die ungewollt schwanger wird, und da ich mich vorab nicht ausreichend über den Film informiert hatte, lediglich wusste, worum es grob geht und dass er mit Lob und Auszeichnungen hochdekoriert wurde, nahm ich zunächst an, mich würde irgendetwas in Richtung Jugenddrama erwarten.
Womit ich mal so richtig daneben lag.
Drehbuch und Regie sind hier vollkommen in der Zeit der Patchwork-Familien angekommen und romantisieren nichts, statten die zunächst bockig wirkende Juno mit einem erstaunlichen Optimismus aus. So will sie erst einmal das tun, was alle Mädchen ihres Alters wahrscheinlich denken: Abtreiben.
Doch in letzter Minute besinnt sie sich des fortgeschrittenen Stadiums (3. Monat) und daran, dass das Baby nun vermutlich sogar Fingernägel besitzt, entschließt sich, es auszutragen und zur Adoption freizugeben.
Das aus dem Anzeigenteil herausgesuchte Yuppie-Pärchen Mark (Jason Bateman) und Vanessa (Jennifer Garner) erntet dann auch vom Zuschauer völlige Antiphatie, wirkt es doch, als würde sich Vanessa mal eben ein Kind gegen Geld zulegen, um den Stress zu entgehen und ihre Figur zu erhalten.
Aber der Plot schlägt mehr als nur einen Haken. Seht selbst, wie es dann wirklich ausgeht.
Bemerkenswert sind auf jeden Fall die Dialoge, die in fast jedem Satz einen subtilen Witz enthalten. Insbesondere die rotzigen Repliken Junos gegenüber alles und jedem sind hörenswert und vor allem die Reaktionen ihrer Familie verdienen besondere Beachtung. Dort trifft man auf die kuhlste (nicht böse) Stiefmutter seit Langem, wenn nicht sogar überhaupt.
Wer also glaubt, es handele sich um ein gesellschaftskritisches Drama, der ist schief gewickelt. Und wer mit der Erwartung einer reinen Komödie hineingeht, ebenfalls.
Letztendlich hatte ich den Eindruck, als wenn uns hier gezeigt wurde, dass man, wenn man denn wollte, es auch irgendwie ginge. So banal das klingen mag. Banal, aber charmant.
Wätschpörk
Posted on April 18, 2008
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Ein Pärchen, ungefähr Mitte fünfzig, sitzt nebeneinander im Zug. Während sie die Landschaft von Porta Westfalica betrachten, reden sie offenbar über eine beiden bekannte Familie.
Sie: Die Hansens sind doch sowat wie, äh, äh, sach doch mal, du weißt doch sowat imma…!
Er (felsenfest überzeugt): Ne Wätschpörk-Famillje!
Sie: Genau, ‘ne Wätschpörk-Famillje sind die!
I’m Not There
Posted on April 17, 2008
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Bob Dylan lebt noch und ist Komponist bzw. Texter der vermutlich meistgecoverten Songs der Geschichte der neueren Populärmusik. “I’m not there” (imdb/wiki) beginnt trotzdem mit der Obduktion seiner Leiche. Tatsächlich wird der leibhaftige Dylan mit diesem Film zufrieden sein, sind sämtliche Episoden doch lediglich von seinem Leben oder seinen Songs inspiriert. Sie gehen ihm nicht zu sehr auf Tuchfühlung, auch bewirkt durch Besetzung der Rollen mit Personen wie Cate Blanchett (die aber eine ganz hervorragende Arbeit abgelegt hat) oder durch einen schwarzen Jungen, die Distanz erzeugen, nicht zuletzt dadurch, dass alle Figuren andere Namen tragen.
Die ineinander verschachtelten Episoden kann man somit auch als Nicht-Kenner von Dylans Musik als eigenständigen Film betrachten. Regisseur Todd Haynes legt vielmehr das Gewicht auf das Leben eines Künstlers im allgemeinen und die Diskrepanz zu dem, was Medien und Fans in sein Werk hineininterpretieren und infolgedessen von ihm fordern.
Heath Ledger (Robbie), der in einer Episode in einem Play-in-Play einen Schauspieler gibt, der einen dylanähnlichen Charakter verkörpert hatte, meint in seiner Rolle-in-der-Rolle: “Sie haben alles mit Bedeutung aufgeladen,” (o.ä.) und prangert dabei die Kritiker an, die seinem einfachen Bedürfnis danach, lediglich Geschichten zu erzählen, etwas viel Größeres beimessen.
Der frühere, detaillreich erzählende Sänger (Christian Bale als Jack Rollins) verspürt später den Wunsch nach Veränderung, setzt diesen musikalisch in die Tat um, indem er (ab hier Cate Blanchett als Jude Quinn) Rockelemente hinzufügt, wofür er von Fans und Presse beinahe in der Luft zerrissen wird (”Verrat”, “Die alten Sachen fand ich besser”). Fans sind von Grund auf konservativ, doch der einzelne Mensch ist Veränderungen unterworfen, benötigt sie sogar zur weiteren Existenz.
Die Musik verändert sich trotzdem, Robbie trennt sich schmerzhaft von seiner Frau Claire (Charlotte Gainsbourg), die ihn mit einem Billy the Kid vergleicht, der vor der Kugel ausgewichen ist und nicht mehr wiedererscheint.
Billy the Kid (Richard Gere) aber ist in der surrealen Western-Kleinstadt “Riddle” untergetaucht, wo man Halloween am enthusiastischsten feiert und wahrscheinlich auch das ganze Jahr über. Hier hätte er bis zu seinem Tode Ruhe, wenn Pat Garrett die Stadt nicht für den Bau einer Straße enteignen wollte. Die Einwohner verlassen den Flecken, selbst der Zoowärter ist bereits gegangen, weshalb die exotischen Tiere hier und dort in Erscheinung treten. Er kann wider Erwarten doch nicht untätig bleiben.
Die Veränderung tritt wieder ein, man kann nicht vor ihr davonlaufen.
Schlussendlich ist der topbesetzte (ich habe nicht alle Stars genannt) “I’m not there” absolut sehenswert, selbst für Leute, die nicht unbedingt Fans des vielzitierten Barden sein sollten. Inwiefern die einzelnen Episoden von Dylan-Songs inspiriert sein sollen, blieb mir allerdings verschlossen, da ich sie nicht kannte. Doch dann besitzt der Film ein großes Manko: Die ständig präsente Musik nervt! Und wie!
Prenzlberg im Sommer
Posted on April 13, 2008
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Liebe Freunde der unterhaltsamen Popliteratur, eines wollte ich Euch doch noch zeigen. Im großen, großen Spreeblick-Blog schreiben ein paar wortfindige und kreative Menschen. So auch Frédéric Valin, der neulich mit seinem “Sommer am Prenzlauer Berg” einen dreifachen Coup gelandet hatte. Detailverliebt erzählt er darin von der Zeit seiner Zwischenmiete in eben jenem Berliner Stadtteil und den skurrilen Persönlichkeiten, mit denen er währenddessen zu tun bekommt:
Vielleicht wäre er gern Johnny Cash gewesen, stattdessen arbeitete er aushilfsweise in einer Werbeagentur in Mitte und schrieb seit drei Jahren am ersten Satz seines Romans. Lena hatte ihn schon häufiger rausgeschmissen, alle drei Monate im Schnitt, macht sieben Mal. Dann vollführten sie das, was Pierre ihr „Erneuerungsritual“ nannte: Er betrank sich, kletterte in den frühen Morgenstunden zwei Stockwerke die Regenrinne zum Balkon der gemeinsamen Wohnung hinauf und klopfte. Das fand Lena immer ausgesprochen romantisch, es folgte Versöhnungsgetöse. Später sagte Pierre, rauchend: „Und doch werden wir alle sterben“ und zog die Trauermine aus dem Repertoire. Lena schlief bereits und träumte von Erbsensuppe. Lena mochte Erbsensuppe, mit Würstchen drin. Und Karotten.
Also am Besten einmal einen Kaffee und 20 Minuten Zeit mitbringen. Hier geht’s lang:
Ketchup und Eier erst ab 18
Posted on April 12, 2008
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In Norfolk gab es in einem Viertel jede Menge Anzeigen von Einwohnern über an Autos und Häuser geworfene Eier bzw. Ketchup-Schmierereien. Daraufhin gab die dortige Polizei die Empfehlung heraus, derlei Produkte nicht mehr an Jugendliche zu verkaufen. Die Supermärkte kamen dem weitgehend nach. Ein Schild:
Police Notice
Norfolk Constabulary will fully support this shop in it’s decision not to sell ketchup or eggs to under 18s due to recent anti-social behaviour in this area
Nebenwirkungen
Posted on April 9, 2008
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“Nachdem ich mir den Beipackzettel mal komplett durchgelesen habe, glaube ich eher, ich könnte davon sterben.”
Kollege über Aspirin
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