Michael Clayton
Posted on März 29, 2008
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Preisfrage: Wie habe ich es geschafft, “Michael Clayton” zu sehen, ohne das Haus zu verlassen? Tja.
Nun ja, jedenfalls erinnerte mich der Rechtstreit einiger Landwirte gegen den großen, bodenverseuchenden Konzern Unorth zunächst stark an Erin Brockovich, doch das hier war dann doch anders, nicht nur, weil der Protagonist auf der Lohnliste der die “Bösen” vertretenden Anwaltskanzlei steht. Der Anti-Erin-Brockovich-Effekt wurde auch dadurch begünstigt, dass hier alle Beteiligten offenbar hart rackerten, für ihre Arbeit aber anscheinend nur geringfügige Gegenleistung erlangten, geschweige denn Anerkennung.
So besitzt Clayton selbst als studierter Anwalt mit bestem Kontakt zu den Partnern der “weltweit erfolgreichsten Anwaltskanzlei” eine undefinierte Position im Gefüge. Er ist “Ausputzer” und muss z.B. hier als eine Art Feuerwehrmann den vom Wege abgekommenen Verhandlungsführer wieder zur Besinnung bringen. Ihm wird dazu vom Chefpartner noch mitgegeben, dass, sollte er den Abkömmling binnen einer Woche wieder herbringen, so würde er dafür sorgen, dass jeder innerhalb der Firma weiß, wie wichtig Clayton eigentlich sei.
Es fällt ihm auch schwer, die Schulden seines Bruders zu zahlen, was die Gläubiger verwundert.
Chefsyndikus des Konzerns Unorth ist Karen und wird verkörpert von Tilda Swinton. Während eines Interviews zu Beginn erzählt sie der Kamera, dass Glück in ihrem Job zu finden sei, der sie voll und ganz erfülle. Sehr zum Wohlwollen des Vorstandsvorsitzenden, der natürlich neben ihr sitzt. Widerwärtig.
Große Konzerne mit Wachstumshunger, die nach außen hin Greenwashkampagnen starten und ihre Mitarbeiter unter Druck setzen. Hassenswert. Gut, dass das später alles den Bach runtergeht.
Vertrauen in die Technik
Posted on März 28, 2008
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“Ich schlag’ vor, wir lassen es mal durch den Computer laufen. Vielleicht kommt irgendwas dabei raus.”
Arnie in “End Of Days”
Nerd-Zitat des Tages
Posted on März 28, 2008
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if empty(magen+portemonnaie) then goto stadt
jog via twitter
Kranke Notiz
Posted on März 25, 2008
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Isses mehr gegen grün, sind es Bakterien.
Geht’s eher in Richtung Gelb, dann ist es ein Virus.
Zitat
Posted on März 24, 2008
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Je älter man wird, desto mehr wächst der Arsch nach vorne.
Freund C., mitten in der Nacht, anlässlich seines heutigen Geburtstags
Kein Land für alte Männer
Posted on März 17, 2008
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Endlich bin ich im neuesten Film der Coen-Brüder gewesen und bin noch ganz geflasht von den Eindrücken, die sich mir boten. Es war den vielen gesehen Trailern nach zu erwarten, dass viel Blut fließen wird, aber auch, dass die Geschwister sich nicht an übliche Handlungsmuster und Darstellungsformen halten würden.
Das war wohl auch einigen bildungsfernen, actiongeilen Typen, die mit im Kino saßen, nicht so ganz klar: Sie mokierten sich während des Films lautstark darüber, dass über weite Strecken relativ wenig passierte (”Laaangweilig!”). Wenn die Akteure durch die texanische Wüste schreiten, auf der Suche nach dem Gegner oder etwas anderem, dabei - wider die Gewohnheit - keine spannungserzeugende Musik zu hören ist, ist dies realistischer als so mancher Western und um so bedrückender.
Der Film hätte auch ebensogut “Ein Land mit alten Männern” heißen können. Tommy Lee Jones habe ich nie so faltig und ungeschminkt gesehen, ebenso sieht man den anderen Figuren an, dass das Leben in der Wüste auf ihren Gesichtern Spuren hinterlassen hat. Die ständig präsente verkrustete, staubige Scholle spiegelt sich auf ihnen wider.
Doch der Sheriff erzählt in seinem Eingangs-Monolog, dass früher die alten Gesetzeshüter teilweise keine Waffe getragen hätten. Ohne Waffe hätte ein Polizist in “No Country for old men” (wiki / imdb)aber nicht lange gelebt, insbesondere bei einer Begegnung mit einem derart psychopatischen Killer wie den, den Javier Bardem fantastisch verkörpert.
Dass man die Leistung Bardems übrigens mit einem Oscar für den “Besten Nebendarsteller” ausgezeichnet hat, ist nur konsequent, da es meines Eindrucke nach keinen Hauptdarsteller gibt. Alle Figuren werden gleichwertig behandelt, sowohl der gejagte Geldfinder Lewellyn Moss als auch der bolzenschießende Killer oder der Sheriff. Wenn es einen Hauptdarsteller gibt, dann ist es das von der Sonne nie verschonte Land mit seinem ständig wirbelnden Staub.
Wenn man denn einen Vergleich in der Filmografie der Coens braucht, dann kommt wahrscheinlich “Fargo” diesem Machwerk mit seinen Aufnahmen von unwirtlichen Landschaften und den Dialogen seiner skurril gezeichneten Charaktere am nächsten. Auch hier kommt immer wieder jede Menge schwarzer Humor zum Vorschein, der sogleich wieder mit Blut ertränkt wird.
Unschlitt
Posted on März 3, 2008
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Iwan verfiel in Hektik, stieß die Umstehenden auseinander, schwenkte die Kerze, die ihn mit Unschlitt bekleckerte, und spähte unter die Tische.
aus Michail Bulgakows Der Meister und Margarita
Brauni
Posted on Februar 9, 2008
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Shine A Light
Posted on Februar 7, 2008
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Für Rolling Stones-Fans ist er ein absolutes Muss, für alle anderen, naja, ein unterhaltsamer Konzertmitschnitt mit einigen historischen Filmdokumenten über die Band zwischendurch. Scorsese hat ein Konzert, das die Gruppe anlässlich des 60. Geburtstags Bill Clintons, im New Yorker Bacon Theatre hochgradig aufwendig aufgezeichnet, was zu Beginn auch thematisiert wird.
-”Diese vielen Filmscheinwerfer werden Mick verbrennen, Matty.”
-”Verbrennen? So richtig? Am lebendigen Leib?”
-”Ja, so richtig.”
-”Nein, ich möchte nicht, dass Mick Jagger in Flammen steht.”
Und dann kippt es um in’s Konzert, einen Rückblick zu alten Stationen der Stones gibt es nur noch alle zwei oder drei Songs. Diese sind zwar filmisch beeindruckend festgehalten und man fragt sich, wo denn neben den ganzen Kameras noch Platz für’s Publikum gewesen sein soll, doch das hilft nicht über die sich einstellende Müdigkeit hinweg. Da können die Rolling Stones mittlerweile noch so blues- und soullastig gewandelt sein und noch so viele Gäste (Jack, White, Christina Aguilera, Buddy Guy) auf die Bühne bitten.
Man kann sich auch fragen, warum ausgerechnet zur Zeit von Hillarys Wahlkampf sie noch einmal an der Seite ihres Ehemanns in einem - offenbar - angesagten Film auftritt. Kann man aber auch lassen.
mehr vom ersten Berlinale-Tag hier
Ich bin kein Star, doch trotzdem mittendrin
Posted on Februar 4, 2008
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Die letzten Tage war ich ziemlich hibbelig unterwegs und habe so manches andere vergessen oder vernachlässigt. Doch dafür gab es einen guten Grund. Kurzfristig erreichte mich nämlich eine schöne Meldung:

Ich werde also ab Donnerstag für zehn Tage vollwertig presseakkreditiert auf der Berlinale unterwegs sein, dort für den rbb quasi vom roten Teppich aus berichten können. So manch einer, der davon bereits wusste, hat mir daraufhin seine Handynummer gegeben, damit ich sie doch bitte Madonna in die Hand drücke.
Zehn Tage zwischen Stars und Sternchen, Pressekonferenzen und Filmvorführungen hin- und herzujetten bedeutet mit Sicherheit jede Menge Stress, doch ich stelle es mir auch ziemlich spaßig vor.
Einzig problematisch könnte die Unterkunft werden, diese wird nämlich nicht gestellt. Ein, zwei Freunde rechnen bereits mit meiner Anwesenheit in ihrer Wohnstatt, doch ob sie mich tatsächlich so lange aushalten, ist noch dahingestellt. Ich richte mich auf ein nomadenhaftes Dasein ein und, falls ihr noch jemanden kennt, hey, immer her mit den Adressen.
Die Berichterstattung erfolgt übrigens - wie sollte es auch anders sein? - in einem Blog des rbb und ihr dürft, könnt, nein, sollt Euch natürlich im Laufe der kommenden Wochen eingeladen fühlen, dort hineinsehen um zu erfahren, was mir, dem “Westfalien Alien”, in der Glitzerwelt so alles widerfährt.

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