Zeit meines Lebens bin ich nun Ostwestfale und bin es von Eltershaus aus gewöhnt, “die Sprudel” zu sagen, bin aber auch in diesem Landstrich Leuten begegnet, die der blubbernden Limonade durchaus männliche Attribute zusprechen. Bei denen heißt es dann “der Sprudel”, gelegentlich sogar verkürzt zu “Hol dir mal ein Sprudel”. Ich wüsste gerne, welche Variante [...]
Bond sei Dank kehrt seit geraumer Zeit allerorten das Quantum anstelle des Quäntchens (früher: Quentchen) in den Sprachgebrauch ein. In vielerlei Artikeln wird der 007-Filmname adaptiert (siehe zum Beispiel hier). Interessant gegenüber dem bloßen Diminutiv ist daran, dass das Quantum eine ebenso wenig bestimmbare Größe besitzt wie das scheinbar kleinere -chen. Sie sind synonym gebrauchbar, [...]
Jetzt ist mir doch schon wieder in einen Artikel die Phrase “verantwortlich zeichnen” gerutscht, jene Wendung, bei der es mir kalt den Rücken herunterläuft, obwohl ich genau weiß, dass sie grammatisch korrekt ist. Jedes Mal, wenn ich sie schreibe oder lese, frage ich mich selbst, weshalb ich nicht das naheliegendere Verb “sein” statt dem “zeichnen” [...]
Wenn es eine Redensart gäbe, die die Grundstimmung des heutigen Tages am Besten beschriebe, dann ist es unangefochten und vor allen Mitbewerbern “nicht aus dem Quark kommen”. Der Sonntag ragt zu weit in den Wochenbeginn hinein, als dass ich ihn ernst nehmen könnte. Aber… Wieso eigentlich “Quark”?
Für mich komplett neu (wenn auch bereits offenbar seit längerem gebräuchlich) ist das Kofferwort “Luxese”, ein Wortgebilde aus Luxus und Askese. Seit dem Jahr 2001 im Duden Trendwörterbuch beschreibt Luxese das Konsumgefühl vieler junger Erwachsener, die in der westlichen Überflussgesellschaft leben, sie genießen, aber auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Luxese heißt: Mit gutem Gewissen [...]