Adventstürchen ganzjährig

Posted on September 3, 2007
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Schön, dass es das Netz gibt: Dank eines E-Mail-Austauschs quer über den Globus mit Fudge bekam meine Freundin den Tipp auf Produkte der Firma Lush (die allerdings dringend mal einen neuen Webdesigner benötigt). Doch diese Produkte kann man sich bislang nicht downloaden. Noch nicht.

Bisher muss man dafür noch die antiquierte Methode der Zustelldienste wie Post bzw. DHL bemühen, wenn man sich derlei nachhause bestellt. Und oft muss man dann doch selbst wieder zu einer ihrer Filialen rennen, weil die Zusteller - wie ich vermute - gar keine Päckchen und Pakete mehr schleppen, sondern bereits nur noch pauschal diese orangenen Kärtchen in der Tasche parat haben. “Sie wurden nicht angetroffen”. Jaja, von wegen.

Automatisierung und Arbeitsplatzeinsparung hin oder her: Jetzt durften wir zur Abholung des Lush-Päckchens mal zu einer dieser neuen Packstationen wetzen. Zunächst zeigte ich mich etwas angenervt ob dieses Gangs, aber immerhin ersparte man sich die Schlange am Schalter. Und es ging wider Erwarten recht schnell: Name eingeben, Strichcode des Kärtchens einlesen lassen und mit dem Finger auf dem Display unterschreiben. Fertig.

Doch es gibt noch einen schönen Überraschungseffekt für Spielkinder obendrauf: Man weiß nämlich vorher nicht, welches der vielen Türchen sich am Automaten öffnet. Erst den letzten Button drücken und - klack- irgendwo geht ‘ne Klappe auf. Fast wie im Advent, hihi. Ist doch nicht so verkehrt, der Apparillo…

Videofrickelei

Posted on August 19, 2007
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Als wenn ich den Sonntag über nix besseres zu tun hätte, habe ich gerade über Stunden hinweg diverse Programme ausprobiert, mit denen man Filmdateien umwandeln kann. Sinn und Zweck der Aktion war es, mal ein bisschen Platz auf dem Rechner zu bekommen. Meine Herrn, hat das gedauert.

Ständig nölen diese Biester herum: “Konnte das Format nicht einlesen” oder was weiß ich. Alle meckern sie an den ollen Codecs herum.

Jetzt habe ich bestimmt nach vier verschiedenen Programmen dasjenige gefunden, das ohne Probleme tut, was man ihm sagt. Und es ist sogar Freeware, wer hätte das für möglich gehalten (nein, keine Erwähnungen oder Links hier, liebe Abmahn-Anwälte)?

Gleich kann die Festplatte wieder atmen…

Flach

Posted on Juni 28, 2007
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Kaum ist das Internet mal ein paar Momente passé, lernt man längst vergessene, dem Staub gedanklich beinahe gleichgesetzte Medien wieder zu schätzen, wie z.B. erstens die völlig vergessene Glotze (die allerdings in letzter Zeit noch mehr an Qualität eingebüßt zu haben scheint) oder zweitens Bücher. Wow, habe ich gelesen in den letzten Wochen. Wie postbabylonisch zerstreute Schwämme habe ich Informationen gesaugt, als würde ich erstmals dahinter kommen, dass sich hinter den schwarzen Drecksfüßen auf weißem Untergrund Sinn verbirgt.

 

Was sollte ich auch anderes tun? Weiter auf den Telekommunikations-Großkonzerns-Mitarbeiter warten? Den ersten Blog-Entzugserscheinungen dadurch kontern, dass ich mich ganztägig in ein Internet-Café einmiete? „Nein“, dachte ich. „So weit lasse ich mich nicht herab. Dann mache ich eben Internet-Zwangsurlaub! Trotz der mittlerweile hierdurch entstandenen virtuell-gesellschaftlichen Verpflichtungen!“

 

So hätte ich noch ein bis zwei weitere Wochen verbringen können, zumindest hier und da ein paar Gedanklein aufschreiben können, hätte sich nicht die nächste Passion in Bälde eingestellt. Kaum will man einige Zeilen in einem zuvor untergebrachten Dokument speichern und auf einem rohen, silbernen Rohling in’s nächste Café zur Weiterleitung tragen, gibt der alte Unhold Rechner zum mittlerweile x-ten Male den Geist auf und will fortan nicht wieder auferstehen.

 

Die hiob’sche Prüfung schien perfekt, der Glaube an das technische Zeitalter erschüttert. Oder hatte hier doch nur wieder einmal ein zen-buddhistischer Zaunpfahl gewunken?

Ich entschied mich bar jeden Glaubens für die Radikalkur und h.e.n. erwischte mich zufällig sodann kurz nach meinem Bittgang zum Saturn (wo ich zunächst gefressen werden wollte, man mich aber sogleich wieder mitsamt mobiler Möglichkeit zum Schreiben und Surfen ausspieh):

 

- Ist das ein neuer Rechner?

- Allerdings. Das ist einer.

- Ja, das klang bei dir tatsächlich danach, als sei das mal notwendig.

 

Das (bisherige) Ende vom Lied: Ich sitze – wie erwähnt – im Bett und kann schreiben. Ohne Ende. Mit einem für mich völlig neuartigen System und verfüge dabei große, weit geöffnete Kinderaugen. So vieles gilt es noch zu entdecken auf dieser kleinen Reise, während derer ich mich doch eigentlich gar nicht bewege. Wie war das doch gleich mit der Mobilität?

 

Windows Vista auf ‘nem nigelnagelneuen Notebook. Der Teufel reitet auf dem Beelzebub und ich gebe die Befehle. Gottseisgepriesen sind die Anweisungen bisher lediglich virtueller Natur und ich probiere mich bloß daran herum. Bis ich wahrscheinlich wieder beginne, OpenSource-Programme zu installieren (und alles zu vermurksen). Aber bis dahin… Mal gucken, wie’s schmeckt. Allein die Möglichkeit, in waagerechter Lage herumzutippen, ist jedenfalls kaum zu übertreffen. Ich bin schon ganz gespannt darauf, was mein alter Rücken demnächst dazu sagen wird.

Temperaturen

Posted on November 25, 2006
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Dass man sich im Winter bräunen konnte, wenn es windstill ist und man ein lauschiges Plätzchen zum Sonnenbaden gefunden hat, ist keine neue Erfahrung. Aber dass es sooo warm ist, obwohl die Sonne kein Durchkommen durch die Wolkendecke findet, ist mal direkt unheimlich.

Ein Kollege meinte neulich, als die Temperaturen zuletzt derart hochkraxelten: “Passt mal auf, nächstes Jahr haben wir hier jede Menge Ungeziefer.”
An so etwas denke ich dabei meistens gar nicht.

Na super. Dann steht in ferner Zukunft Hamburg unter Wasser, wir in Bielefeld haben den Strand vor der Tür. Aber dafür dürfen wir uns vermutlich auch mit Malaria (-mücken) herumschlagen…

Die Propagandamaschine…

Posted on Oktober 20, 2006
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…rollt weiter

Foto: Glasiator

Altern

Posted on Oktober 14, 2006
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Etwas, was die ZEIT immer ganz grandios beherrscht, ist, auf unliebsame Dinge hinzuweisen. Dinge, die man gerne verdrängt wie zum Beispiel die Sache mit dem Altern. Nicht nur, dass man sich selbst selten eingestehen will, dass das Leben an einem nagt, nein, der Gedanke daran, was denn passiert, wenn die eigenen Eltern einmal pflegebedürftig werden, ist einer der unangenehmsten, die mir geläufig sind.
Dass das, was die Pflegeversicherung auszahlt, oftmals nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, wissen die wenigsten. Dazu kommt noch, dass die eigenen Ansprüche in punkto Lebensqualität im Alter nicht weniger werden. Harald Martenstein malt sich die Situation in seiner Kolumne humoristisch aus, doch hierbei bleibt so mancher Lacher im Halse stecken.

An eine ähnliche Situation, wie er sie beschreibt, kann ich mich gut aus dem eigenen Pflege-Zivildienst erinnern. Rudolf J., früher Journalist beim Spiegel und Kunstmäzen, wurde im Alter hilfsbedürftig aufgrund einer äußerst seltenen Muskelkrankheit. Bei ALS (=Amyotrophe Lateralsklersose) baut sich das Muskelgewebe allmählich ab, nicht aber das Nervenkostüm. Das bedeutet, dass man den stetigen Rückgang der Bewegungsmöglichkeiten bei vollem Bewusstsein erlebt.
Die Ansprüche, die Herr J. seinerzeit an das Pflegepersonal erhob, waren enorm und mit Rücksicht auf die übrigen Heimbewohner absolut nicht einzuhalten. Dennoch haben wir uns mit Kräften bemüht, ihm die Wünsche zu erfüllen: Den Toilettengang in einem Stuhl zu erledigen, das Essen mit der richtigen Temperatur zu servieren, die Falten im Bett zu jeder möglichen Zeit zu glätten usw. usf.
Glücklicherweise besaß er einen großen Bekanntenkreis, der ihm (und uns) einiges abnahm: Zeitungsausschnitte auf Pappkartons kleben, damit er sie mit einer einfachen Handbewegung zur Seite schieben konnte. Oder die Woche über ersonnen Haikus diktieren lassen, damit diese gedruckt werden konnten (ich besitze auch noch ein Exemplar einiger seiner Haiku-Ausgaben).

Mit diesem Beispiel stelle ich mir immer vor, wie anstrengen ich selbst wohl im Alter wäre. Oder wie frustriert, wenn meine Wünsche nicht erfüllt werden könnten. Könnte ich lediglich nur im Bett vor mich hinvegetieren, den Blick ständig auf den gleichen Zimmerausschnitt gerichtet, ich würde um postnatale Abtreibung meiner selbst bitten. Aber das macht ja auch keiner mit.
Bezahlbar scheint das System überhaupt nicht mehr zu sein und Frau 3und20 meinte gestern beim Durchsehen des Artikels: „Man könnte meinen, die wollen alle, dass man sofort einen super bezahlten Job annimmt und die Hälfte des Gehalts für die Pflege der Eltern zur Seite legt.“ Und für sich selbst gleich mit.

Susanne Mayer im Artikel: „Man könne ja nicht gleich die Gesellschaft für die Lösung aller privaten Probleme in Anspruch nehmen, beschied mir neulich ein Leistungsträger dieser Gesellschaft, Manager eines großen Konzerns, da sei mal Eigenverantwortung gefragt.“

Ist eigentlich Igno- bzw. Arroganz neuerdings zu einer angesehenen Charaktereigenschaft mutiert oder ist mir da irgendetwas entgangen?

Zensiert

Posted on Oktober 1, 2006
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Gestern, beim Sehen des Films “Thirteen Days”, der die Kubakrise behandelt, kamen der Herr Bruder und ich auf die blödsinnige Idee, dass, wenn man seinerzeit GoogleEarth besessen hätte, die ganzen U2-Aufklärungsflugzeuge wohl überflüssig gewesen wären.

Die testweise Überprüfung ergab: Tatsächlich, es lässt sich jedes klitzekleinste Haus auf Kuba mit Satellitenaufnahmen ausmachen. Doch ein großes Manko ließ sich doch schnell an dieser neuen Spionagestrategie (->a.k.a. “Faulheit”?) ausmachen: Der Ami-Stützpunkt Guantanamo war komplett in blau getüncht und nicht sichtbar.

Naja, müssen wir wohl doch weiter durch die Gegend fliegen und heimlich Fotos schießen.

Sparrenblog

Posted on September 30, 2006
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Es gibt wieder was zu lesen!
Ein neues Blog hat sich aufgetan, in dem es thematisch rund um das Leben in Bielefeld gehen wird. Egal, ob kulturell oder sportlich, rein subjektiv werden künftig Mischa Verollét und meine Wenigkeit im Sparrenblog berichten, was uns interessiert und interessieren sollte. Wie die Stadt von uns empfunden wird.

Also ab damit in die Favoriten und Bookmarks, rein in die Blogrolls:

Sparrenblog.de

EDIT: Es kann natürlich hin und wieder zu Doppel-Erscheinungen hinsichtlich der Beiträge hier und dort kommen ;-)

Web 2.0 - Visionäre

Posted on August 14, 2006
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(EDIT 25.11.06: Im Laufe der Zeit ist dieser Beitrag ziemlich überholt, siehe hier)

Heute durfte ich ja mal mit Ehssan, einem der drei Gründer des StudiVZ (siehe Beitrag hier), quatschen und muss sagen: Das scheint ein echt netter Kerl zu sein.
Es ist schön zu hören, wenn aus einer kleinen Idee - oder nennen wir es meinetwegen “Vision” - mit viel Wagemut und Tatendrang etwas in die Realität umgesetzt wird und das Ergebnis dann auch noch Erfolg hat.

Da haben wir es - wage ich mal zu behaupten - mit einem potentiellen Studienabbrecher zu tun. Aber nicht, weil die Scheinmodalitäten o.ä. frustrieren, sondern weil die selbst in’s Rollen gebrachte Nebentätigkeit inzwischen viel mehr Raum und Zeit einnimmt.

“Ach, der Master liegt vorerst auf Eis. Wir machen erstmal das hier. Das macht mehr Spaß.”

“Du wurdest gegruschelt!”

Posted on August 3, 2006
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(EDIT 25.11.06: Im Laufe der Zeit ist dieser Beitrag ziemlich überholt, siehe hier)
Bei dem Titel handelt es sich um eine Betreffzeile, die ich neuerdings recht häufig in meinem Email-Postfach vorfinde.

Dabei handelt es sich um einen virtuellen Gruß aus dem Studiverzeichnis, das sich ein paar findige Personen vor einiger Zeit ausgedacht haben und mit dieser Idee scheinen sie voll in’s Schwarze getroffen zu haben.

Vor einigen Wochen lud mich Frau 3und20 zur Teilnahme ein. “Was tut man nicht alles, um sich sozial zu vernetzen?” dachte ich und stellte mich und mein Profil ebenfalls dort hinein. “Socialize!” ist schließlich nicht nur im universitären Betrieb ein beliebter Schlachtruf.
Da man sich öffentlich mit Bezügen zu anderen Personen zeigen kann, sind Nicknames hier auch eher hinderlich, und so präsentieren sich die meisten Teilnehmer mit ihrer realen Identität. Oder zumindest so, wie sie sich gern sehen würden.
Will man einen Bezug zu einer anderen, dort vertretenen Person auf seinem dortigen Profil kundlich machen, lädt man diese dazu ein und nach Bestätigung ist der Knoten dann geknüpft und sichtbar. Da es aber keine Abstufungen zwischen Kollegen oder auch nur reinen Bekannten gibt, erscheinen diese automatisch als “Freunde”! Und wer lehnt schon so eine Einladung zur “Freundschaft” ab? Nur ungehobelte Klötze tun so!
Die dort öffentlichen Bezüge und Beziehungen sind daher etwas schwammig, entsprechen oft nicht der Realität. Herzdame S. hatte sich zum Beispiel geweigert, daran teilzunehmen. Im Feld Status (!!!) habe ich dann auch konsequenterweise “Vergeben” ausgewählt.

Solche Portale mit Profilen gibt es mittlerweile zuhauf und die Themen können auch immer stark divergieren. Themen sind in diesem Verzeichnis hier aber nicht existent (es sei denn in den einzelnen Untergruppen für Diskussionen und dergleichen). Das gemeinsam verbindende Element ist schlicht und ergreifend der Besuch irgendeiner Hochschule, also, eine Art Kollegium innerhalb des höheren Bildungsweges. Dort sind Verbindungen und Freundschaften schon eine Sache des Prestiges, wie auch immer das geartet sein mag.
Und dieses ist dann auch der Hauptgrund dafür, dass man hier von Nicknames absieht.
Das gibt es bei anderen Internet-Portalen in der Form nicht und scheint ein Grund für den Boom des Studiverzeichnisses zu sein.
Es fördert darüber hinaus aber noch etwas anderes: Voyeurismus. Oder sagen wir lieber: Neugierbefriedigung. Oft habe ich von Leuten, die ich selbst dazu eingeladen hatte, folgenden, augenzwinkernden Vorwurf vernommen:
“Mann, warum hast Du mir denn jetzt DAS gezeigt? Ich sitze die ganze Zeit vor’m PC und gucke, wen ich so kenne…”.

Die Betreiber bekommen so mittlerweile arge Probleme mit dem Traffic: Die Ladezeiten sind enorm und laut derem eigenen Blog melden sich täglich etwa 10.000 neue Studenten dort an (im Juli sei die Teilnehmerzahl von 100.000 auf 250.000 hochgeschnellt).
Ich bin mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Laut eigenen Aussagen wollen sie dort demnächst noch einige weitere Tools einbauen.

P.S.: “Gruscheln” ist neben dem bloßen Gruß auch eine Möglichkeit, jemanden darauf hinzuweisen, dass man selbst dort ein Profil besitzt, also anwesend ist.
Auf dem dazugehörigen Bild tippt ein Avatar einem anderen auf die Schulter, als würde er sagen wollen: “Hallo, ich bin auch da!”
Der Neologismus hat dort auch dazu geführt, dass sich eine eigene Gruppe zur Aufgabe gemacht hat, herauszufinden, was dieses Verb bedeutet und woher es kommt.

EDIT 25.11.06: Mittlerweile haben sich meine Ansichten über das StudiVZ stark geändert. Wer sich trotzdem hierhervergoogelt hat, möge doch bitte auch hier einmal vorbeisehen.

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