Müdigkeit und MGMT
Posted on Juli 27, 2008
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Ob es am allmählich bemerkbaren Alter liegt oder einfach nur an einer, den ganzen Tag über verspürten, unergründlichen Müdigkeit, kann ich nicht exakt beurteilen, doch mich hielt es heute nicht lange im Forum.
Erstmals seit Einführung des Rauchverbots befand ich mich dort auf der Tinnitus Party und konnte von Glück sagen, dass das Wetter mitspielte, sich deshalb das Geschehen fast nur draußen vor dem Eingang abspielte. Im Inneren, an der Tanzfläche, bemerkte man schnell die vorher nie derart ostentativ olfaktorischen Eindrücke von Schweiß.
Zunächst warf ich noch in die Runde ein, es sei doch einmal eine Abwechslung, sich bei Unterhaltungen auch akustisch zu verstehen statt immer nur in’s Ohr zu brüllen. Doch meine Müdigkeit, die aus einem Tag mit Ausschlafen und Nichtstun resultieren musste, ließ kaum Konversation zu. So stand ich die ganze Zeit wie Falschgeld in der Gegend herum, ständig mit dem Bedürfnis, mich und meinen Körper zu setzen.
Immerhin habe ich bis halb vier ausgehalten und einen Musiktipp für mich mitgenommen. Kurzzeitig befand ich mich nämlich im Inneren des Forums und die DJs besaßen gerade in dem Moment die Laune, auch einmal etwas anderes als die ewig gleichen und alten Nirvana- und Refused-Hits wie sonst zu spielen. In diesem Fall war es etwas mit elektronischen Klängen und beinahe abbaesken Harmonien, weshalb ich mich - selten genug der Fall - zu den Plattentellern begab, um nachzufragen, was das denn sei. Uns wurde “MGMT - Time to pretend” geboten. Hat vielleicht ein hohes CSD-Potential und gefällt sicherlich dem Brohm, aber egal, ist ein absoluter Ohrwurm.
(Was’n das? “Embedding disabled by request” bei YouTube? Sehe ich zum ersten Mal. Was ist das denn für ein Sch*?)
YouTube
Hi-Res Version
Und jetzt gute Nacht.
Von exotischen Früchten
Posted on Juli 19, 2008
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Das ist unser überflüssigstes Küchenutensil. Bislang ist es mir nicht gelungen, in auch nur einem Supermarkt ein Otamot aufzutreiben (Hinweise erbeten!). Bis es soweit ist, kann man es aber auch gut zweckentfremden und Tomaten damit schneiden, hab ich festgestellt.
Wie ich das Wort Leukocholie erfand
Posted on Juli 1, 2008
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Pflichtschreibarbeiten können schnell mal qualitativ in die Hose geraten, wenn man sie mit minderer Motivation und Lust erledigt. Das habe ich mit der Ultimo bereits erlebt und jetzt droht die monatliche Kolumne, die ich für das Webportal einer Freundin schreibe, ebenfalls in den Orkus des Geschmacks zu geraten.
Die Krux des fiktional erzählenden Schreibers ist aber gerade dann besonders groß, wenn man sich auf der Suche nach Inspiration befindet, aber schlicht und ergreifend nichts erlebt. Zumindest nichts, was am Rande des eh’ alltäglichen Daseins derart speziell wäre, dass es über die Erwähnung hinaus zu weiterreichender Inspiration für einen längeren Text taugen würde.
Und das, der ewig gleiche Alltag, ist unter anderem einer der Gründe, weshalb ich hier seit Längerem lieber tolle Dinge von anderen Leuten präsentiere.
Immerhin: Was Slamtexte anbelangt, bin ich mittlerweile dazu übergegangen, aus Mücken Elefanten zu machen und darüber hinaus heillos zu übertreiben: Ist zum Beispiel die Dusche kaputt, erblickt plötzlich Captain Love das Tageslicht.
Das Wesen der Kolumne und seine offene, thematische Gestaltung bringt allerdings den Verfasser in arge Bedrängnis, eben weil es ihm so viele Freiheiten gestattet. “Schreib doch einfach, was dir gerade so durch den Kopf geht,” heißt es dann vorschnell, da die Forderung gar nicht erahnt, welche Bürde man dem Kopf damit auferlegt. Wie? Was ich in diesem Moment denke? Was ich mir morgen zu Essen mache? Wieso es schon wieder so spät ist und das Word-Dokument vor mir immer noch weiß (großes Gähnen bei allen Lesern)?
Zwischenzeitig befragte ich vier gleichzeitig bei ICQ Kontakte, sie mögen mir doch bitte einmal schnell das erste Wort nennen, das ihnen einfiel, um daraus eine selbst auferlegte Hausaufgabe zu konstruieren. Das Ergebnis liest sich einfach: Kühlschrank, Muskelkater, nüchtern, Melancholie.
Doch einfach, so ausgestattet, und mit direkten, echten Eindrücken wild loslegen endet meistens im Irrsinn. Soll ich das mal vorführen? O.K.:
Da ist sie wieder, die Fliege in unserer Küche. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sie selbst ist oder einer ihrer Freunde, die mir in den letzten, wärmer gewordenen Tagen so oft begegnen. Freund trifft’s übrigens ziemlich gut. Aus dem Biologie-Unterricht kann ich mich noch an ihren Namen erinnern: Drosophila melanogaster. Drosophila, die Freundin des Taus, mit dem schwarzen Bauch. Melano steht für griechisches Schwarz, wie in Melancholie, der “Schwarzgalligkeit”.
Drosophila hat heute anscheinend keine Lust auf Tau oder Gensequenzen, sie fliegt direkt in den Spalt, den der Topfdeckel auf dem Herd für die Nudelsauce zum Atmen übrig gelassen hat. Bologneser Art avec die Drosophila obendrauf. Womöglich wurde sie durch die Dunstperlen unter dem gläsernen Deckel getäuscht, irgendwoher muss der Taubezug schließlich stammen und seine Affinität dazu. Die arme Fliege macht aber Bekanntschaft mit der Bindekraft von Knorrfix, und das ausgerechnet in dem Moment, in dem ich Hunger bekommen hatte. Weshalb sonst sollte ich mich auch in der Küche aufhalten?
Mir bleibt jetzt nur noch die Wahl: Entweder entsorge ich sofort die Sauce oder aber, ja, oder ich ziehe meinen Gaumenzapfen ein, stelle auf Durchzug und unterdrücke jeglichen Würgereflex.
Ich denke noch kurz daran, wie oft mir unerwünschter Besuch in meinen Mahlzeiten untergekommen sein könnte. Seit ich den Kühlschrank nach der letzten Stromrechnung voreilig aussortierte, alleine auf die Straße bugsierte und ich noch drei Tage lang danach unter Muskelkater litt, seitdem verspeiste ich alle Einkäufe direkt binnen zweier Tage und dürfte so einige unliebsame Einlagen auf meinem Teller gehabt haben, ohne davon zu wissen. Ich beginne, die kühlende Weißware zu vermissen. Mir wird weißgallig, leukocholisch zumute.
Doch was bleibt mir übrig? Der Magen macht sich zu deutlich bemerkbar, als dass ich noch einen Gang in den nächsten Supermarkt auf- und weitere Stunden mit der Zubereitung verbringen möchte. In Äthopien, sagten meine Eltern, da essen sie sogar Heuschrecken und andere Insekten. Wenn wir Kinder neidisch auf Klassenkameraden waren, weil sie mit ihren Eltern weit weg verreisten, pflegte meine Mutter zu kontern: “Dafür essen die aber auch ein Schnitzel weniger.”
Schnitzel. Hmmm. So nüchtern betrachtet, würde es am Besten es sein, ich schlösse meine Augen und durch. Was ich dann aber tatsächlich getan habe, das überlasse ich Eurer Phantasie.
Das hat man nun davon, wenn man mich drängt. Aber so seid Ihr mal an der Entstehung von so etwas unmittelbar beteiligt.
Hail to the Arkelanfall
Posted on Juni 23, 2008
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Wie schön ist es doch, dass die Welt sich nicht perfekt verhält. Perfektion zieht nämlich in der Konsequenz Sterilität und Uniformität nach sich, und ginge es nach den Stimmen, die Perfektion für den Telos allen Strebens halten, lebten wir schon bald auf einem langweiligen Gattaca (wiki / imdb )-Globus und müssten wie Ethan Hawke darum fürchten, durch Individualität aufzufallen.
Unzulänglichkeiten wollen daher beachtet und dokumentiert werden. Hinterhöfe müssen beschritten, der nicht eingehaltene Putzplan aller Studenten-WGs für die Öffentlichkeit festgehalten sein. Es existiert viel mehr Schönheit am Rande der Intercity-Bahnstrecke, als man glaubt. Lauter verlassenes Kapital wird dort überwuchert, die Natur holt sich nach und nach alle Schrankenwärterhäuschen zurück. Es ist Zen-Buddhismus ohne Gegenwehr.
Gelegentlich wird man dann, mit dem für Abnormes jenseits von gelacktem GNTM und DSDS geschulten Auge, sensibel für außergewöhnliche Erscheinungen. Gestern Abend sah ich im Außenbereich eines Bielefelder Lokals einen Außerirdischen, der sich geschickt als Dämmaterial um - vermutlich - nach außen hervorstehenden Heizrohren schmiegte. Dort tat er ein wenig zerfetzt, ließ klammheimlich etwas, das an Glaswolle anmutete, aus seiner alufolienartigen Haut hervorlugen. Zumindest die Tarnung schien perfekt. Der übrige Besuch des Lokals achtete stattdessen viel lieber auf das Gewitter, ankommende Gäste und den grünen, spanisch-italienischen Bildschirm.
Im Übrigen halte ich es für außerordentlich beachtlich, dass jedes Mal, wenn man ein extraterrestrisches Gebilde ablichtet, das Ergebnis wie hier hochgradig grobkörnig und viel zu dunkel erscheint. Beinahe gerieren diese fotografischen Eigenschaften zu Indizien für Objekte from outer space, womöglich reagieren Außerirdische auf Objektive auch nur schüchtern, eine Reaktion, die sich in irgendeiner, mir nicht erschließbaren Form, auf das Foto auswirkt. Nur zu gerne hätte ich E.T. gefragt, weshalb er sich auf diese Art und Weise zu verstecken sucht, fürchtete aber, bei meiner Begleitung selbst als sonderbar durchzufallen. Ich werde es nachholen, wenn er/sie/es dort noch weiter hängen sollte.
Ich neige nunmehr dazu, im Sinne von Douglas Adams’ Jatravartiden daran zu glauben, dass Universum sei während eines Niesers des Großen Grünen Arkelanfalls entstanden. Damit ginge man zumindest gut konform mit der Ansicht, man könne sich unmöglich gegen die Unvollkommenheit der Welt stemmen. Der große, grüne Arkelanfall, der lässt auch tanzende Sterne zu.
EM-müde
Posted on Juni 17, 2008
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Mittlerweile bin ich etwas EM-müde geworden. Jeden Tag Spiele im Fernsehen, so dass man sie ab einem gewissen Punkt nur noch mit einem Auge wahrnimmt. Schon am Samstag konnte ich der Begleitung auf ihre Anfrage nur antworten, dass Spanien wohl gewonnen hatte, ich aber nicht mehr wusste, wie hoch. Und, je länger ich darüber nachdachte, um so unsicher wurde ich ob dieses Siegs.
Heute wurde ich kurz etwas wacher, aber mal im Ernst: Gegen die ballzaubernden Portugiesen müssen - sogar aus der Sicht eines Fußballaien wie mir - noch einige Asse aus den Ärmeln geschüttelt werden. Bislang bleiben die hohen Karten offenbar darin stecken.
Batterie leer
Posted on Mai 23, 2008
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Irgendwann kann auch ich einmal nicht mehr. Wenig geschlafen habe ich die letzten Nächte und ausgerechnet zum Wochenende hin bin ich völlig ausgelaugt. Immerhin muss ich morgen wieder arbeiten, so dass ich sogar einen Vorwand dafür besitze, früh schlafen zu gehen.
Internet aus.
Druckerzeugnis
Posted on Mai 20, 2008
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Himmel nochmal, man kommt hier zu nix. Wenn ich jetzt den Abwasch erledigt habe, werde ich mich an die Tasten setzen und den Text für den morgigen Slam fabrizieren. Ich muss aber auch immer alles auf den letzten Drücker machen (dennoch lehrt die Erfahrung der letzten Male, dass kurzfristig entstandene Beiträge den durchaus positivsten Anklang finden). Nun ja, der Zeitdruck sorgt bisher stets für die absurdesten und surrealsten Ideen.
Also: Virtuelle Kommunikation kappen und los geht’s. Juchhu!
Als hätten wir die Meisterschale
Posted on Mai 17, 2008
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Auch mein Lokalpatriotismus ist heute ein wenig erwacht, hörte WDR 2 und wie die Luft in den deutschen Arenen brannte. Zwei Ticker an, einer der Arminia selbst und ein objektiver ließen mich ebenfalls etwas Mitzittern. Zum Fiebern beim Public Viewing auf der Alm hat es bei mir bei dem Regen zwar nicht gereicht, aber für mich sind diese kleinen Dinge bereits außergewöhnlich. Es ist nicht nur Lokalpatriotismus, sondern auch, wie ben_ es so schön ausdrückt, Projektionsfläche und Metapher:
Wir kämpfen. Wir kämpfen um den Klassenerhalt. Als Bielefelder ist man stets vom Abstieg bedroht und zugleich ist er so vertraut, dass er seinen Schrecken verloren hat. Aber trotzdem kämpfen wir um den Klassenerhalt.
Und eben dieser Klassenerhalt ist gelungen. Es gibt Autokorsos im Bielefelder Regen. Sag nochmal einer, in OWL könne man sich nicht freuen.
Freitagabend in Bielefeld, die x-te
Posted on Mai 16, 2008
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Das Bielefelder Programm bietet mir heute so absolut gar nichts. Das Dumme ist: Das morgige sieht für meinen Geschmack nicht besser aus, eher schlechter (und mein Lokalpatriotismus müsste schon überraschend ansteigen, sollte ich mich plötzlich und unerwartet auf den - vermutlich - Alm-Rasen setzen wollen).
Ich habe also offene Ohren für Eure Vorschläge. Und sollte ich nichts von Euch hören, dann weiß ich, dass Ihr am Mittwoch einen über das Wochenende ausgereiften Slamtext von mir hören wollt.
So, das wären dann jetzt aber sicher mehr als 140 Zeichen gewesen.
Kann weitergehen
Posted on Mai 15, 2008
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Der Biorhythmus entwickelt so ganz merkwürdige Eigenarten, wenn man zum Brötchenverdienst am frühen Nachmittag antritt und erst um 20 Uhr wieder geht. Schnell beginnt man, alle sonstigen Tätigkeiten in den Abendstunden auszudehnen, plötzlich findet man sich fast regulär gegen 1 oder 2 Uhr zum Schlaf im Kissen wieder, was späteres Aufstehen am Morgen danach zur Folge hat.
Das weitere Verfolgen des Studium gestaltet sich dann ausgesprochen schwer, zumal die Hobbies plötzlich ein Eigenleben und Erwartungshaltungen seitens der Rezipienten (z.B. Publikum beim Slam) aufbauen.
Doch mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und heute morgen durfte ich wieder einen Schritt in Richtung Ende Uni-Gelände gehen. In dieser Weise muss das jetzt weiterexerziert werden, dann wird es doch noch was und nicht bloß ein Running Gag.
Und was läuft heute noch so im TV?
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