Warum Spaniens Pornoindustrie froh über das EM-Ende ist

Posted on Juni 29, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Madrid (AFP) - Die Fußballbegeisterung der Spanier hat in den vergangenen Tagen das Interesse an Pornofilmen sinken lassen. Zum Pornofilm-Festival FICEB in Madrid, das sonst über 50.000 Besucher anzog, kamen nach Angaben der Veranstalter in diesem Jahr nur 15.000 Menschen. “Fußball ist eines der wenigen Dinge, die gegen Sex konkurrieren können”, sagte der Veranstalter Juli Simon am Samstagabend dem Fernsehsender Telecinco.

Link [via Don Dahlmann per Twitter]

Medienwandel - Times Online Archiv

Posted on Juni 15, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Herrschaften, die Londoner Times haben ihr komplettes Archiv frei online zur Verfügung gestellt. Über 20 Millionen Artikel aus 200 Jahren (1785-1985). Historisch gesehen einfach unbezahlbar!

Link [via und via]

Was Sie nie über das neue Europa wissen wollten

Posted on Juni 11, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Europa ist eine wichtige Sache. Wir, also diejenigen, die meisten Menschen, die des Deutschen mächtig sind und hier lesen können, leben nämlich unter anderem hier und profitieren von den Errungenschaften der EU. So lässt es sich unkompliziert auf dem gesamten Kontinent hin und herreisen, sogar ohne Geld umzutauschen, der Binnenhandel floriert, z.B. zwischen Deutschland und Amsterdam.

Andererseits sind wir aber auch abhängig geworden von einem gigantischen Institutions- und Behördenapparat, der mit seinem Paragraphendschungel, Blätterwald und Hierachiendickicht seinesgleichen sucht. Um das Wirrwarr der Verantwortlichkeiten etwas besser in den Griff zu bekommen, hatte man seinerzeit – man erinnere sich – die EU-Verfassung angestrebt, welche aber 2005 aufgrund der Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden scheiterte.

Nun wurde im letzten Dezember der sogenannte Vertrag von Lissabon unterzeichnet, mit dem lediglich die bereits vorab bestehenden EU-Verträge auf die geplanten Inhalte der Verfassung hin geändert wurden. Dieser Vertrag bedarf keiner Volksabstimmungen (bis auf diejenige in Irland am 12.06., also, ähm, morgen).

Niemand wird sich ernsthaft mit dem 450 Seiten starken Werk befasst haben, es sei denn, man hat beruflich damit zu tun. Gelegentlich gewinnt man den Eindruck, dass man seitens der Herausgeber solcher Werke mithilfe erschlagendem Umfangs von Regeln Resignation und bestenfalls Desinteresse hervorrufen möchte. Dennoch ist es wichtig, mit dem uns unmittelbar betreffenden System vertraut zu sein. Jochen Bittner, Europaexperte der ZEIT, hat nunmehr versucht, uns in seinem dortigen Blog „Planet In Progress“ den Lissabonvertrag mit einfachen Worten zu erklären. „Europas neue Bedienungsanleitung“ titelt die betreffende Kategorie, in der er uns in mehreren Beiträgen die bedeutendsten Änderungen erläutert.

Was Sie nie über das neue Europa wissen wollten. Aber sollten.“ Lautet der erste Beitrag dort und beschäftigt sich mit den ersten, grundlegenden Änderungen, und, um das Interesse dafür zu entfachen, zitiere ich einmal Bittners ersten Absatz daraus:

Fangen wir mit den Veränderungen an, die der Lissabon-Vertrag an der demokratischen Architektur des Kontinents bewirkt. In zwei Sätzen lautet sie: Die horizontale Demokratie in Europa, also diejenigen zwischen den 27 Staaten, wird gestärkt. Die vertikale Demokratie, also die vom Bürger zur gesetzgebenden Instanz, wird geschwächt.

Bittner verfasst sehr lesenswerte Artikel, die mit Sicherheit diskussionsbedürftig sind. Doch die Diskussion brennt in den Kommentaren bereits lichterloh, verfehlen nicht ihre interessefördernde Wirkung.

Links:
Planet In Progress – Europas neue Bedienungsanleitung
Vertrag von Lissabon (Wiki)
Einführung – Animation von tagesschau.de
Für Irre: Der Originaltext des Vertrags als PDF

[via]

Her mit den Daten, koste es noch so viele Klagen

Posted on Juni 4, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Es ist ganz erstaunlich, mit welcher Ignoranz internationale Gesetzesentwürfe zur Datenerhebung unter Beteiligung deutscher Vertreter vorangetrieben werden, obwohl sie aus jüngster Erfahrung heraus wissen müssten, dass diese höchstwahrscheinlich hierzulande wieder vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden würden.

So hat das BVG im März die Vorratsdatenspeicherung bzw. den Zugriff auf die erhobenen Daten stark eingeschränkt, nur bei schweren Straftaten dürfe darauf zugegriffen werden. Im Zuge des Urteilsspruchs wurde informationstechnischen Systemen seinerzeit sogar ein neues Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integration zugesprochen (siehe hier und hier).

Mit also besserem Wissen ausgestattet, wird sich aber nun auf der länderübergreifenden Ebene am “Anti-Counterfeiting Trade Agreement” (ACTA) beteiligt, der Ausarbeitung eines Vertrages, der den Behörden umfassende Rechte beim Nachgehen von Urheberrechtsverletzungen einräumen soll. Demnach “sollen etwa Urheberrechtsverletzungen ohne Bereicherungsabsicht zwingend mit strafrechtlichen Sanktionen belegt werden – eine Klausel, die mittlerweile als “Pirate-Bay-Killer” bekannt ist.”

Doch nicht nur das.

Eine kanadische Zeitung sprach sogar davon, dass der Vertrag die verdachtsunabhängige Kontrolle von Medien und elektronischen Geräten durch den Zoll und andere Behörden erlauben solle. Verheerend wäre das vor allem für die Bürgerrechtssituation in den europäischen Ländern, weil dort Zollbehörden seit dem Schengen-Abkommen auch im Landesinneren tätig werden dürfen. Im schlimmsten Fall würde auf diesem Umweg eine ständige Durchsuchungsbereitschaft von Laptops und MP3-Playern durch die Hintertür eingeführt. Vor allem im Zusammenhang damit, dass Urheberrechtsverletzungen auch ohne Antrag des Rechteinhabers verfolgt werden sollen, würde eine Situation entstehen, in der der Behördenwillkür Tür und Tor geöffnet wäre.

Angeblich soll das Abkommen bis Ende des Jahres beschlossen werden – möglicherweise auf dem kommenden G8-Gipfel in Japan.

(siehe hier)

“Ständige Durchsuchungsbereitschaft […] im Landesinneren”. Offenbar gibt es für den Bundestrojaner noch weiteren Einsatzbedarf als bei Vorliegen von schweren Straftaten. Klar, die Daten sind nun vorhanden und so wachsen die Begehrlichkeiten, auch seitens der Musik- und Filmlobby.

Kann man derlei Bestrebungen nicht in irgendeiner Art und Weise als Verschwendung von Steuergeldern ahnden, wenn man doch genau weiß, dass all das bei der leisesten Verfassungsklage wieder zurückgenommen werden würde?

Vielleicht glaubt man aber dort im ACTA-Kommitee, dass P2P-Nutzer gleichzusetzen seien mit Terroristen und daher diese immense Energie aufgewendet wird. Oder die Musikindustrie macht sie das glauben. Wie auch immer: Leute, die viel mit Computern machen, sind ja eh immer suspekt:


Link

[via]

Keine Privatsphäre im Web 2.0

Posted on Mai 28, 2008
Filed Under All das andere | 2 Comments

Es gab schon von jeher Gerüchte darüber, dass sich (künftige) Arbeitgeber auch auf den Profilen ihrer Bewerber in Social Networks herumtreiben und schauen, was sich dort über Ansichten oder Neigungen in Erfahrung bringen lässt. Bislang hielt ich die Vorstellung, wie sich eben diese Chefs nach Durchsicht von Bewerbungsunterlagen ihre wertvolle Arbeitszeit dafür opfern, unter Verwendung eines gefälschten Profils im StudiVZ zu surfen, für etwas skurril.

Doch dortige Angaben über sich selbst oder nur spaßeshalber getätigte Mitgliedschaften in Gruppen können nicht nur bei Bewerbungen ausschlaggebend sein, sondern auch, wenn man es gar nicht ahnt, die Reputation kosten, so geschehen bei Thomas Müller, der eine ganze Hand voll politischer Ämter in der hessischen CDU innehat.

Der werte Herr war im StudiVZ u.a. Mitglied in den Gruppen

* Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten
* Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil
* Brot für die Welt – Fleisch für mich
* Wär’ ich Kreuzritter gewesen, hätten wir Jerusalem noch

Müller wurde nach Bekanntwerden dieser Umstände sofort von seinem Amt als Geschäftsführer des CDU-Landkreises Schwalm-Eder enthoben. Nun könnte man zwar behaupten, die CDU verstünde keinen Spaß und innerhalb des StudiVZs sei derlei Ironie gang und gäbe, aber bei einem in der Öffentlichkeit stehenden Politiker gelten nunmal andere Regeln, insbesondere, wenn die Partei weder ironisch noch wörtlich mit diesen Gruppennamen in irgendeiner Weise in Verbindung gebracht werden möchte.

Nun gibt es in meinem Umfeld nicht besonders viele Politiker, die nicht so stark auf ihren Ruf achtgeben müssten ( ;-)), aber dieses jüngste Beispiel zeigt einmal besonders deutlich, dass im Bereich Web 2.0 keine Privatsphäre herrscht. Bis vor Kurzem besaß ich ebenfalls ein oder zwei Mitgliedschaften in solchen nicht ganz ernst gemeinten Gruppen, deren Namen sich nicht einmal im Ansatz so zynisch lesen lassen wie die obigen (z.B. “Der frühe Vogel kann mich mal”).
Den Fall Thomas Müller erachte ich nunmehr als Warnsignal und habe viele private Informationen usw. aus meinem dortigen Profil gelöscht. Wer wissen will, in welchen Clubs ich bin, welche politische Einstellung ich besitze, wie ich es mit der Arbeit hal…wie fleißig ich bin oder welchen Beziehungsstatus ich innehabe, soll mich selbst fragen.

Spätestens wenn das StudiVZ zur Gänze ergooglebar wird (wie bei lorm.de prophezeit), ist dort nichts mehr sicher, dann hilft auch späteres Löschen nicht vor dessen Cache.

Außerdem bin ich ja noch darüber hinaus ein Blogger. Aus meinem Blog kann man ironischerweise noch viel mehr herauslesen, wenn man über mich etwas in Erfahrung bringen will. Oder nicht?

[angeregt von lorm.de]

Rechtskonservative Wahrheitsbildung

Posted on Mai 27, 2008
Filed Under All das andere | 2 Comments

Da kommt also ein CDU-Bundesvorstandsmitglied, zugleich Vorsitzender des CDU-Studentenverbands RCDS, daher und schlägt allen Ernstes die Wiedereinführung des Zensuswahlrechts ein, um den Stimmen der „Leistungsträger“ in Deutschland wieder mehr Gewicht zu verleihen. Die Stimmen der „wertvollen Bevölkerungsmitglieder“ – also derjenigen, die arbeiten – sollen doppelt soviel zählen wie diejenigen der „nicht wertvollen“, wozu er Rentner und Arbeitslose zählt.

Der Oeffinger Freidenker kommentiert diesen, mit der Verfassung nicht zu vereinbarenden (Art. 3 GG) Vorschlag wie folgt überspitzt: „Arbeitslose und Rentner: wann kommen die ersten Euthanasievorschläge?“

Mit seiner Kritik befindet er sich mit einigen anderen Bloggern aber anscheinend in der Minderheit der medialen Landschaft, denn, oh Wunder, die etablierte (Online-) Presse, insbesondere natürlich die rechtskonservative, befinden diesen Vorschlag z.B. als „kühn“ (BILD), „originell“ (n-tv) oder allenfalls harmlos „absurd“ (Spiegel; alle Zitate via Spiegelfechter), ohne ihn oder die dahinterstehende Meinung von unterschiedlichen Werten von Menschen zu hinterfragen.

Solche Äußerungen, die Neigungen zu Zuständen zurück in Richtung Kaiserreich erkennen lassen, dürften nicht nur bloß milde belächelt, sondern müssten öffentlich scharf abgestraft werden.

Feynsinn sieht in dieser Unterlassung die Konstruktion einer politisch anderen „Wahrheit“, nicht nur an diesem, sondern an einem noch anderen Beispiel belegt. So befragte emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ die deutsche Bevölkerung stichprobenartig danach, ob sie den Vorsitzenden der LINKEn, Oskar Lafontaine, und seine politischen Ziele für „eher gefährlich“ (Ergebnis: 39%), „eher ungefährlich“ (Ergebnis: 47%) oder ob sie sich nicht festlegen könnten (Ergebnis: 14%).
Meine eigene Ansicht einmal außen vor genommen, hagelte es infolgedessen fast einheitlich in den Überschriften „Viele Deutsche halten Lafontaine für gefährlich“, obwohl man genauso gut hätte argumentieren können, dass eben 61% das nicht tun.

Es geht weiter:

Darüberhinaus verbreitet die “Welt” die publizistiche Einheitsansicht, die Wahl zum Vorsitzenden, bei der Lafontaine “nur” 78,5 % der Stimmen bekam, sei ein “Dämpfer” und beten ihm die politische Bedeutungslosigkeit an den Hals. Niemand scheint auf die Idee zu kommen, daß eine Partei, die ihren Vorsitzenden nicht nur abnickt, erfreulich demokratisch sein könnte.

Man könnte tatsächlich zu der Ansicht gelangen, dass hier einige wenige, mit Macht ausgestattete, „tatsächlich im Schulterschluß mit ihnen genehmen Schreiberlingen [versuchen], eine andere Republik zu installieren.“

Es ist also Vorsicht geboten, wenn man die Zeitung aufschlägt. Zeitunglesen könnte Ihr Demokrativerständnis aus den Fugen bringen.

Mehr zum Thema:

Feynsinn - die Welt der Wahrheitsproduktion
Der Spiegelfechter - Die CDU, ein dummer Bengel und das Klassenwahlrecht
Oeffinger Freidenker - Auf in den Geldadel!
F!XMBR - Gottfried Ludewig, die CDU und die Menschen zweiter Klasse

spot.us

Posted on Mai 23, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

spot.us ist derart genial, dass es den Journalismus revolutionieren könnte, vorausgesetzt, es wird etwas bekannter. Fehlt nur noch ein deutsches Pendant, aber sollte spot von sich reden machen, braucht man darauf wahrscheinlich nicht lange warten:

Die Idee ist einfach: jeder kann eine noch unerzählte Geschichte vorschlagen, die mal journalistisch aufgearbeitet werden soll. Benutzer wetten/bieten auf die angebotenen Geschichten. Journalisten nehmen sich der meist gewolltesten Geschichten an.

[via ben_]

Monsun-Deutsch

Posted on Mai 15, 2008
Filed Under All das andere | 2 Comments

Kaum zu fassen. Hab gerade im heute-journal gesehen, das Tokio Hotel etwas schaffen, was offenbar vor ihnen keinem anderen deutschen Musikact gelungen ist. In den U.S.A. derart beliebt zu sein, dass sie in einer großen US-Fernsehshow auftreten durften. Das hatten nicht einmal Nena oder Rammstein bewerkstelligt, die Kaulitzens durften zu Conan O’Brien.

Doch nicht nur das.

In gebrochenem Deutsch schwärmt ein schwarzes Girlie: «Der ist soooo suss.» Die 17-jährige Magna ist zusammen mit ihrer Zwillingsschwester und einer Freundin morgens um vier Uhr aufgestanden, um Resttickets für die Show zu ergattern. Die drei lernen seit Monaten mit dem Wörterbuch Deutsch, um die Original-Texte von Tokio Hotel zu verstehen. Zum Beweis geben sie in der Vorhalle kichernd den Superhit «Durch den Monsun» zum Besten.

[via netzeitung]

Vergesst die Goetheinstitute! Kulturelle Brücken baut man durch den Monsun!

Balkan fraktal

Posted on Februar 29, 2008
Filed Under Allgemein | Leave a Comment

Wenn man die Länge einer Küste bestimmen will, hat man plötzlich ein kleines Problem. Ein von einem Spacelab o.ä. widersinnigerweise agierender Landvermesser würde ganz schnell mal ein paar Buchten übersehen, zöge einen schnellen Strich und hätte mir nichts, dir nichts die Länge parat.

Aus der Nähe betrachtet erweisen sich die Ufer aber nicht so glatt wie aus luftiger Höhe. Plötzlich tauchen dort nicht nur ein paar Buchten auf, sondern daneben ragen ein paar Felsvorsprünge in’s Meer und das Ganze scheint, als hätte ein Säugling die Zähne des Albtraummonsters von letzter Nacht gemalt. Der Landvermesser bräuchte eine ziemlich dicke Rolle Kilometerband zum Vermessen.

Das Phänomen hatte unter anderem Benoît Mandelbrot am Beispiel der Küste Englands vor Augen, als er Mitte der 70er Jahre seine Theorie vom Fraktal in’s Leben rief und damit einen entscheidenden Beitrag zur Chaosforschung leistete. Ein Fraktal tritt nicht in eindeutigen, vielmehr in gebrochenen Dimensionen auf. Außerdem besitzen Fraktale eine hohe Selbstähnlichkeit, d.h. kleinere Bestandteile ähneln dem großen Ganzen und umgekehrt.

Bedeutet, je tiefer ich in ein Fraktal vordringe, um so schwieriger wird es für mich als Landvermesser zu erkennen, an welcher Stelle ich denn nun mein Maßband ansetzen kann.

Seit elf Tagen existiert der bisher jüngste Staat in Europa, das Kosovo, unter großem Medienbohei abgespalten von Serbien, einem früheren Bestandteil Jugoslawiens. Bereits jetzt denkt die serbische Minderheit im Norden des Kosovo, um Mitrovica herum, über eine Eigenständigkeit nach (siehe ARD-Video).

(Foto: dusi_bbg; Lizenz)

Urteil zu Online-Durchsuchungen

Posted on Februar 27, 2008
Filed Under Allgemein | Leave a Comment

Das Bundesverfassungsgericht hat das nordrhein-westfälische Gesetz in seiner jetzt gültigen Form für verfassungswidrig erklärt. Die heimliche Online-Durchsuchung verletze das Persönlichkeitsrecht, hieß es zur Begründung. Das Gericht stelle erstmals fest, dass es ein Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme gebe. Die heimliche Infiltration sei nur bei Gefahr für überragend wichtige Rechtsgüter zulässig. Dazu zählten Menschenleben oder der Bestand des Staates. Die Maßnahme müsse von einem Richter angeordnet werden.

[via Live-Stream von der Urteilsverkündung]

Deeen Satz müssen wir uns noch einmal auf der Zunge zergehen lassen: Das Gericht stelle erstmals fest, dass es ein Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme gebe. Kuhl. Mein Rechner hat ein Grundrecht.

Zur Pressemitteilung des BVG 

keep looking »

Recently


Categories


Archives