Linksammlung 18-08-08

Posted on August 18, 2008
Filed Under All das andere | 3 Comments

Bradfords Feuerskulpturen


Der Künstler Robert Bradford baut u.a. Skulpturen aus Holz, um sie dann anzuzünden. Je nachdem, was er in Flammen stehen lässt (Drachen, menschl. Figuren), erzielt er damit beeindruckende Effekte. Das obige Beispiel nennt sich “Man with Something in Mind”, der Name ist Programm.

Link [via]

Kaloian Toshev


Wäre Gott ein Illustrator, würde er bei Kaloian Toshev anklopfen und um einen Lehrplatz bitten. Wahnsinn. Hier “Björk loves me” aus dem Jahr 2008. Link [via]

ColaLife


Die Idee ist einfach: Große, multinationale Konzerne wie z.B. Coca-Cola besitzen gerade in Entwicklungsländern gut ausgebaute Vertriebskanäle. Gerade diese könnte man prima nutzen, um Medizin an Kinder zu verteilen: “What about Coca Cola using their distribution channels (which are amazing in developing countries) to distribute rehydration salts? Maybe by dedicating one compartment in every 10 crates as ‘the life saving’ compartment?”

Simon Berry hat zur Verbreitung der Idee eine ganz simple Facebook-Gruppe gegründet, und durch Beitritt bekunden die Mitglieder ihre Symphatie für die Idee. Der darauffolgende Anklang war derart groß, dass sich Berry mittlerweile mit Coca-Cola und einem internationalen NGO in Diskussionen befindet.

Link [via]

Anime-Augen


Überproportional große Augen sind eines der charakteristischen Merkmale der Figuren in Animefilmen und Comics. Wo sonst als in Japan kommt man auf die Idee, übergroße Kontaktlinsen herzustellen, die diesen Effekt im wahren Leben nachahmen? Ganz ohne Photoshop. Link [via]

Noyereve


Nicht nur Fotoarbeiten bietet das deviantART-Profil des Künstlers noyereve. Unbedingt einen Besuch wert. Link [via]

Wim Delvoye


Hat man so etwas schon gesehen? Der Belgier Wim Delvoye baut riesige Objekte wie Bagger, Zementmischer und Trucks im 1:1 Maßstab aus Stahlgerippen nach, allerdings im Gothic Stil.

Link [via]

Visual Kidnapping

Posted on August 12, 2008
Filed Under All das andere | 3 Comments

Das, was die Gruppe/der Künstler ZEVS mit den Werbekampagnen der Marken veranstaltet, kann man getrost als ein modern-ironisches Robinhooding mit den Konzernen der Konsumwelt verstehen: Indem man damit droht, einzelne Exponate ihrer Aktionen zu verunstalten, oder, wie im Fall Lavazza, eines der Models aus dem Plakat herausschneidet und 500.000 € Lösegeld fordert, zwingt man die betreffende Firma auf jeden Fall zur Reaktion.

Auch, wenn die ZEVS-Aktionen strafbar sind, bedeutet dies für die Firmen die Pflicht zur Stellungnahme an die Öffentlichkeit, im Bewusstsein um ihre Außenwirkung: Stay, Be or Get Kuhl!

[…] You coined the term visual kidnapping. What does that mean?

Visual kidnapping is like entering an interactive game: If the brand on the billboard kidnaps the attention of the public with the purpose of consumer demand, I reverse the situation and I kidnap the model on the poster and I demand a ransom of 500,000€ from the brand. This sum represents the symbolic price of an advertising campaign for the brand. […]

Exponate/Aktionen
Interview
[via Tipp von ben_]

Wenn ein Nobelpreisträger das geistige Eigentum kritisiert

Posted on Juli 10, 2008
Filed Under All das andere | 1 Comment

Selbst die Meinung eines Wirtschafts-Nobelpreisträgers wie Joseph Stiglitz, so bin ich überzeugt, wird die Gesetzgeber nicht daran hindern, sogenannten Rechteinhabern (a.k.a. Musik-, Filmindustrie etc. pp.) hörig zu sein. Stiglitz hatte nämlich davor gewarnt, ” dass Immaterialgüterrechte Innovationen behindern”. Bei heise online ist zu lesen:

Stiglitz bemängelte bereits den grundlegenden Ansatz, etwa Urheber- oder Patentrechte überhaupt als “geistiges Eigentum” zu deklarieren. Immaterielle Güter seien öffentlich und würden sich nicht “verbrauchen” lassen. Es sei daher auch schwierig, andere von ihrem Genuss auszuschließen. Das Eigentumsrecht an physikalischen Gütern könne daher nicht einfach auf sie übertragen werden. […]

Ferner bemängelte Stiglitz, dass der Wert, den private Unternehmer aus dem Patentsystem zögen, höher sei als die Gewinne für die Gesellschaft in Form von verfügbaren technischen Neuheiten. Eine innovative Idee könnte aufgrund eines Patentschutzes zwar theoretisch schneller von allen genutzt werden. Ein Patentinhaber aber erhalte ein Langzeit-Monopol, das für ein Ungleichgewicht zwischen Profit und gesellschaftlichem Gewinn sorge.

Nun ist es nicht so, dass er dieses System komplett über den Haufen werfen will. Zuviele Arbeitsplätze und Investitionen hängen hinter den Entwicklungen wie z.B. bei der Pharmaindustrie. Andererseits würden vermeintlich neuen Entwicklungen schnell untersagt werden.

Als Beispiel eines solchen Versagens nannte er die gegenwärtigen “Patentdickichte” im Bereich Software. Jeder, der ein erfolgreiches Computerprogramm schreibe, werde auf dieser Basis wegen Patentverletzungen verklagt.

Es verhält sich also nicht nur so, dass Kunst und Musik unter Innovationsarmut leiden, wenn ein Remix von einem Stück auf YouTube nicht erscheinen darf oder ein “verbessertes” Produktes mit evtl. sogar größerem Nutzen als Plagiat verteufelt wird, auch jeder kleine Code-Schnippsel in Programmen steht unter dem Generalverdacht des Patentrechtsbruchs (ich kann mich sogar daran erinnern, wie ein Freund, der, weil einen Fortschrittsbalken in ein Programm einbaute, prompt eine Abmahnung vom größten Softwarekonzern der Welt erhielt).

Der gewerbliche Rechtsschutz sollte aber auf bestimmte materielle Bereiche und einzelnen Länder beschränkt werden, lautet sein Lösungsansatz. Die Ausschreibung von Wettbewerben oder staatliche Förderung könnten helfen, den Zugang zum Wissen zu erleichtern und Innovationen in Bereichen mit klar definierten Zielsetzung wie der Entwicklung eine Heilmittel gegen Malaria voranzutreiben.

Wie die Beschränkung des Rechtsschutzes aber auf nur materielle Berieche dann konkret aussehen (oder sich durchsetzen lassen) soll, ist mir schleierhaft. Immerhin bekommt Stiglitz Rückendeckung vom Medizin-Nobelpreisträger Sulston:

Er beklagte, dass immer mehr das Bild einer privaten Eigentümerschaft an Wissenschaft und Innovation entstünde. Die Forschung werde damit aber in besonders profitable Bereiche gedrängt. Andere, weniger Gewinne versprechende Sektoren würden vernachlässigt.

Erkennbar ist dies u.a. auch an den deutschen Universitäten, wo nicht nur nach der (von Wirtschaftskreisen lancierten) Einführung von Hochschulräten eine starke Konzentration auf Natur- und Technikwissenschaften, demgegenüber eine Vernachlässigung der Geistes- und Sozialwissenschaften beobachtbar ist.

An der hiesigen Uni gilt z.B. die Zusammenarbeit mit Honda zur Entwicklung humanoider Roboter als der Stolz des Hauses, während Studiengänge aus Bereichen wie Romanistik oder Literaturwissenschaft langsam eingestampft werden.

Man darf gespannt sein, wohin das führt. Hoffentlich springt dabei ein C3PO heraus, der für die Gesellschaft liest und übersetzt. Dann aber nur gegen gutes Geld, versteht sich.

Link

Kowloon Walled City

Posted on Juli 8, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Abt. Verfall

Denkt man an eine Großstadt in Fernost zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, schwingen auch unvermeidlich Bilder von Opiumhöllen und Prostitution mit, Räubergeschichten tun sich auf, und die Szenarien spielen sich vor dem geistigen Auge abwechselnd im Stile von Wong Kar Wei oder Frank Miller ab.

Im Hongkonger Stadtteil Kowloon Walled City existierte diese Regel- und Gesetzlosigkeit aber offenbar noch bis in’s Jahr 1993, was sich auch in der völlig wilden Architektur abzeichnete.


The Kowloon Walled City was located just outside Hong Kong, China during British rule. A former watchpost to protect the area against pirates, it was occupied by Japan during World War II and subsequently taken over by squatters after Japan’s surrender. Neither Britain nor China wanted responsibility for it, so it became its own lawless city.

Its population flourished for decades, with residents building labyrinthine corridors above the street level, which was clogged with trash. The buildings grew so tall that sunlight couldn’t reach the bottom levels and the entire city had to be illuminated with fluorescent lights. It was a place where brothels, casinos, opium dens, cocaine parlors, food courts serving dog meat and secret factories ran unmolested by authorities. It was finally torn down in 1993 after a mutual decision was made by British and Chinese authorities, who had finally grown wary of the unsanitary, anarchic city and its out-of-control population.

Selbstverständlich würde ich für keine 3 Pfennig dort wohnen wollen, muss aber zugeben, dass mich beim Anblick der Fotos eine Mischung aus Faszination und Ekel befällt. Der Stadtteil wurde inzwischen zwar abgerissen, aber ich bin mir sicher, dass, solange der globale Großkapitalismus auch menschenverachtend bleibt, sich derlei gesetzlose Nischen überall finden werden. Kowloon Wall City bricht an allen Stellen des Globusses wieder hervor.

Wenn noch jemand eine kleine Video-Führung durch einen Teil des Inneren dieses Viertels haben möchte, weise ich mal auf diese Szene hier aus Bloodsport hin.

Link 1
Link 2

Und einen sehr informativen Aufsatz gibt es hier bei perspektive89.com (danke an serifenlos).

Die Kräfte des Marktes

Posted on Juli 1, 2008
Filed Under All das andere | 3 Comments

Das scheint mir nicht völlig aus der Luft gegriffen zu sein:

[via]

Wie lang arbeitest Du?

Posted on Juni 26, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Tja, was sagt man dazu?

Arbeitsminister Olaf Scholz will ein Verfahren zur individuellen Zeitdatensammlung einführen, das die Unfallversicherungen entlasten soll. Anders als bisher sollen Betriebe die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter nicht mehr pauschal melden, sondern individuell erfassen, speichern und an die Krankenversicherung berichten.

Nächster Schritt: Überwachungskameras am Arbeitsplatz.

Link [via]

Her mit den Daten, koste es noch so viele Klagen

Posted on Juni 4, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Es ist ganz erstaunlich, mit welcher Ignoranz internationale Gesetzesentwürfe zur Datenerhebung unter Beteiligung deutscher Vertreter vorangetrieben werden, obwohl sie aus jüngster Erfahrung heraus wissen müssten, dass diese höchstwahrscheinlich hierzulande wieder vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden würden.

So hat das BVG im März die Vorratsdatenspeicherung bzw. den Zugriff auf die erhobenen Daten stark eingeschränkt, nur bei schweren Straftaten dürfe darauf zugegriffen werden. Im Zuge des Urteilsspruchs wurde informationstechnischen Systemen seinerzeit sogar ein neues Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integration zugesprochen (siehe hier und hier).

Mit also besserem Wissen ausgestattet, wird sich aber nun auf der länderübergreifenden Ebene am “Anti-Counterfeiting Trade Agreement” (ACTA) beteiligt, der Ausarbeitung eines Vertrages, der den Behörden umfassende Rechte beim Nachgehen von Urheberrechtsverletzungen einräumen soll. Demnach “sollen etwa Urheberrechtsverletzungen ohne Bereicherungsabsicht zwingend mit strafrechtlichen Sanktionen belegt werden – eine Klausel, die mittlerweile als “Pirate-Bay-Killer” bekannt ist.”

Doch nicht nur das.

Eine kanadische Zeitung sprach sogar davon, dass der Vertrag die verdachtsunabhängige Kontrolle von Medien und elektronischen Geräten durch den Zoll und andere Behörden erlauben solle. Verheerend wäre das vor allem für die Bürgerrechtssituation in den europäischen Ländern, weil dort Zollbehörden seit dem Schengen-Abkommen auch im Landesinneren tätig werden dürfen. Im schlimmsten Fall würde auf diesem Umweg eine ständige Durchsuchungsbereitschaft von Laptops und MP3-Playern durch die Hintertür eingeführt. Vor allem im Zusammenhang damit, dass Urheberrechtsverletzungen auch ohne Antrag des Rechteinhabers verfolgt werden sollen, würde eine Situation entstehen, in der der Behördenwillkür Tür und Tor geöffnet wäre.

Angeblich soll das Abkommen bis Ende des Jahres beschlossen werden – möglicherweise auf dem kommenden G8-Gipfel in Japan.

(siehe hier)

“Ständige Durchsuchungsbereitschaft […] im Landesinneren”. Offenbar gibt es für den Bundestrojaner noch weiteren Einsatzbedarf als bei Vorliegen von schweren Straftaten. Klar, die Daten sind nun vorhanden und so wachsen die Begehrlichkeiten, auch seitens der Musik- und Filmlobby.

Kann man derlei Bestrebungen nicht in irgendeiner Art und Weise als Verschwendung von Steuergeldern ahnden, wenn man doch genau weiß, dass all das bei der leisesten Verfassungsklage wieder zurückgenommen werden würde?

Vielleicht glaubt man aber dort im ACTA-Kommitee, dass P2P-Nutzer gleichzusetzen seien mit Terroristen und daher diese immense Energie aufgewendet wird. Oder die Musikindustrie macht sie das glauben. Wie auch immer: Leute, die viel mit Computern machen, sind ja eh immer suspekt:


Link

[via]

Neulich bei der Telekom

Posted on Mai 31, 2008
Filed Under All das andere | 1 Comment


Schäuble bestellt T-Com-Vorstand

Posted on Mai 30, 2008
Filed Under All das andere | Leave a Comment

Fefe glaubt nach diesem SpOn-Artikel zur derzeit laufenden Telekom-Bespitzelungs-Affäre Folgendes:

Kann man sich in den wildesten Fieberträumen nicht ausdenken: Schäuble bestellt Telekom-Vorstand nach Berlin, um ihnen wegen des Spitzelns die Leviten zu lesen. Ich vermute mal, dass der keine Konkurrenz will. Vielleicht ist das auch der Schlüssel, um den Mann endlich aus dem Amt zu fegen: eine Beschwerde beim Kartellamt!

(siehe hier)

Ich glaube ja eher, dass der Herr Minister sich viel lieber ein paar Tipps geben lassen will, darüber, wie man’s richtig macht. Oder es geht ihm um die Einfädelung eines Joint Ventures. Letzteres wäre dann tatsächlich ein Fall für’s Kartellamt.

Freuen Sie sich über steigende Preise?

Posted on Mai 14, 2008
Filed Under All das andere | 4 Comments

Die Aktionärs- und Brokerdichte in Frankfurts Innenstadt muss relativ hoch sein. Nicht anders kann man es erklären, dass man dort folgende Werbung auf Brötchentüten von Bäckern drucken ließ:

“Freuen Sie sich über steigende Preise? Alle Welt spricht über Rohstoffe - mit dem Agriculture Euro Fond haben Sie die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe zu partizipieren. Investition in etwas Greifbares”

Scan bei attac.de [via]

[Update via]:

Auf der dazugehörigen Webseite geht die Deutsche Bank weiter ins Detail:

“Agrarrohstoffe - begrenzt und begehrt.

Folgende Erfolgsfaktoren lassen eine Wertsteigerung der Agrarrohstoffe erwarten:

  • Signifikant steigende Bevölkerung
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern
  • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren Energien
  • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen”

“Erfolgsfaktoren”. Widerwärtig. Oberpfui.

keep looking »

Recently


Categories


Archives