Lady Henderson präsentiert

Geschrieben am 2 Juli 2006

“Jetzt steht der sogar noch auf Musical-Filme, wie?”

Nein, tue ich nicht, geneigter Leser. In besagtem Film nimmt das Gesinge und Getanze auch einen eher nachrangigen Stellenwert ein.

Freitagabend war’s, wir bekamen gerade noch das Elfmeter-Ergebnis auf dem Jahnplatz mit, da ergriffen S. und ich die bereits im Vorfeld geplante Flucht vor allzu überschwänglichem Jubel in’s Astoria, um uns “Lady Henderson präsentiert” anzusehen.

Seit Langem endlich mal wieder keine 08/15 Hollywood-Story erwartete uns auf der Leinwand, denn Lady Henderson (Judy Dench) langweilt sich über die Vorschläge, die ihr von ihren Freundinnen für ihre frische Witwenschaft zum Zeitvertreib unterbreitet werden. Stattdessen legt sie sich lieber ein marodes Theater zu und päppelt dieses auf.
Dies gelingt ihr auch zunächst, nachdem sie sich den Manager Van Damme (Bob Hoskins) in’s Boot holt, doch nach anfänglichen Erfolgen kommt bald die große Besucherflaute.

Lady Henderson beweist aber, dass sie mit dem richtigen Riecher ausgestattet ist, für das, was Londons Bevölkerung in den ersten Tagen des zweiten Weltkriegs benötigt. Und sie besitzt auch das nötige diplomatische Geschick, um sich bei den Kulturobrigen mit ihren strengen Gesetzen durchzusetzen.

Besonders hervorzuheben sind aber die Dialoge zwischen den beiden alternden Hauptdarstellern. Bob Hoskins und Judy Dench liefern sich Geplänkel, wie man sie nur zwischen jahrzehntelang Verheirateten kennt, zumal die Lady diese führt, um Van Damme aus Interesse an ihm aus der Reserve zu locken. Von dieser Angriffslust rückt die Lady auch nicht ab, nachdem sie erfährt, dass dieser - unglücklicherweise - bereits eine Ehe führt.

Den weiteren Verlauf, die Ereignisse inner- und außerhalb des Ensembles sollte man sich aber am Besten selbst im Kino ansehen, bevor ich zuviel verrate. Wie gesagt: Das Singsang darf überhört werden…

Zu einigen Trailern

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